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 Betreff des Beitrags: Tumortypen des Mammakarzinoms
BeitragVerfasst: 14. Feb 2008 16:43 
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Der Verein.... Brustkrebs Deutschland e.V

stellt folgenden Text zu den Tumortypen bereit....


Tumortypen des Mammakarzinoms
(Dr. F. von Koch)


Invasive Mammakarzinome

• Allgemeines

Die invasiven (in das gesunde Gewebe zerstörend einwachsenden)
Mammakarzinome werden entsprechend ihrem mikroskopischen
Erscheinungsbild (Pathomorphologie) in verschiedene Untergruppen eingeteilt
(siehe unten).
Daneben unterscheidet man die so genannten reinen von den gemischten
Typen, das heißt, dass ein Tumor Zellen mit unterschiedlichem mikroskopischem
Erscheinungsbild enthält.
Die verschiedenen Tumortypen unterscheiden sich in ihrer Häufigkeit, dem
klinischen und diagnostischen Erscheinungsbild sowie der Prognose und den
möglichen Therapieoptionen. Immer wieder wurde versucht,
Überlebenswahrscheinlichkeiten in Abhängigkeit vom pathomorphologischen Typ
zu berechnen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass im Einzelfall Faktoren wie
Tumorgrading (Differenzierung), Lymphknotenbefall, Tumorgröße, Hormon- und
Her2/neu-Status sowie das Alter der Patientin einen höheren Einfluss auf die
Prognose der einzelnen Patientin haben.

Daneben ist zu bemerken, dass die hierzu vorliegenden Daten im Wesentlichen
vor der breiten Einführung moderner medikamentöser Tumortherapien erhoben
wurden. Die hier angegebenen Zahlen sind deshalb immer in Relation zu den
anderen Prognosefaktoren zu sehen und lassen nur eine sehr grobe
Risikoabschätzung zu.
Invasive Karzinome zeigen als klinisches Erscheinungsbild in vielen Fällen einen
derben, schlecht verschiebbaren Knoten in der Brust, bei Beteiligung der Haut
kann es zusätzlich zu einer Einziehung, Rötung (inflammatorisches
Mammakarzinom) oder Orangenhaut-ähnlichen Veränderungen kommen. In
vielen Fällen können invasive Karzinome jedoch auch ohne einen tast- oder
sichtbaren Befund in der Brust wachsen.
Eine Erkennung ist dann nur durch apparative Untersuchungen (Mammographie,
Ultraschall, Kernspin-Untersuchung) möglich.


In 50% der Fälle liegt der Brustkrebs im oberen äußeren Quadranten, 20% der
Erkrankungen treten im Bereich der Brustwarze und deren Umgebung auf. Nur
jeweils 10% der Mammakarzinome beginnen in den drei anderen Quadranten.

Invasive Mammakarzinome können durch das Einwachsen in Blut- und
Lymphbahnen zur Streuung (Metastasierung) in Lymphknoten und entfernte
Organe (Knochen, Leber, Lunge, Gehirn, Haut, Auge etc.) führen.

• Invasiv-duktales Karzinom

40-75% aller Mammakarzinome werden vom Pathologen als sog. Invasiv-duktale
Karzinome klassifiziert. In dieser Bezeichnung werden verschiedene
mikroskopisch unterschiedliche Karzinome zusammengefasst. Das invasivduktale
Karzinom entsteht in vielen Fällen aus der Vorstufe eines nichtinvasiven
duktalen Carcinoma in situ (DCIS, siehe nichtinvasive Mammakarzinome). Eine
Reduktion des Auftretens invasiv-duktaler Karzinome durch Früherkennung
eines DCIS gilt inzwischen als bewiesen. In der Literatur wird ein
durchschnittliches 10-Jahres-Überleben für das invasiv-duktale Karzinom von
unter 50% angegeben.

• Invasiv-lobuläres Karzinom

Die Häufigkeit des invasiv-lobuären Karzinoms wird in der Literatur mit 5-15%
angegeben. Dieser Tumortyp ist in der Regel mit einer sog. lobulären Neoplasie
(siehe unten) assoziiert. Das 10-Jahres-Überleben wird in der Literatur mit
50-60% angegeben, dabei ist jedoch zu beachten, dass in diesem Typ
Untergruppen mit im Einzelnen bedeutend besserer, aber auch schlechterer
Prognose zusammengefasst sind. Invasiv-lobuläre Karzinome können
überproportional häufig ohne einen entsprechenden Tastbefund auftreten und
sind in der apparativen Diagnostik manchmal schwer zu erkennen. Ein
multizentrisches Auftreten (an mehreren voneinander entfernten Stellen der
Brust) und beidseitiges Auftreten wird bei dieser Erkrankung regelmäßig
beobachtet.

• Medulläres Karzinom

Ein medulläres Karzinom wir in 1-7% der Mammakarzinomfälle gefunden. In der
Literatur wurde ein 10-Jahres-Überleben von 50-70% beschrieben.
• Tubuläres Karzinom
Das tubuläre Karzinom gehört mit 1-2% der Mammakarzinome zu den seltenen
Gewebetypen. Die Mehrzahl der tubulären Karzinome weist eine prognostisch
günstige Differenzierung der Tumorzellen (Grading 1) auf, dementsprechend
wird das 10-Jahres-Überleben in der Literatur mit über 80% angegeben.
• Muzinöses Karzinom
Nur 1-2% der Mammakarzinome erfüllen die Kriterien des muzinösen Karzinoms.
Dabei sind die betroffenen Patientinnen durchschnittlich etwas älter als
Patientinnen mit einem invasiv duktalen Karzinom. Insbesondere muzinöse
Karzinome mit günstiger Differenzierung (Grading 1) haben eine sehr gute
Prognose. Das 10-Jahres-Überleben beträgt laut klinischen Untersuchungen
über 80%.

• Invasiv-papilläres Karzinom


1-2% der Mammakarzinome werden als invasiv-papilläre Karzinome bezeichnet.
Das papilläre Karzinom tritt häufig zentral hinter der Brustwarze auf.
Prognostisch ist dieser Typ mit einem 10-Jahres-Überleben zwischen 50 und 60
% im mittleren Bereich angesiedelt.
• Inflammatorisches Mammakarzinom
Das inflammatorische Mammakarzinom ist eine besonders aggressive Form des
invasiven Brustkrebses. Bei der Untersuchung sieht man eine vergrößerte,
warme, gerötete Brust mit geschwollener, verdickter Haut (Ödem), manche
Patientinnen berichten auch über Schmerzen des betroffenen Gebietes.

Aufgrund der äußeren Erscheinung kann das inflammatorische Karzinom mit
einer Entzündung der Brust verwechselt werden. Eine antibiotische Therapie
bringt jedoch nur eine unwesentliche Veränderung des Befundes. Grundsätzlich
gilt jede Entzündung der Brust außerhalb von Wochenbett und Stillzeit als
verdächtig und sollte gezielt abgeklärt werden.
Bei der Untersuchung des Brustgewebes unter dem Mikroskop kann der
Pathologe in den meisten Fällen einen Befall der Lymphgefäße der Haut durch
Brustkrebszellen (Lymphangiosis carcinomatosa) feststellen. In der darunter
liegenden Brustdrüse und der befallenen Haut findet man meist einen hochgradig
entarteten (undifferenzierten) Brustkrebs. Häufig können in der Achselhöhle auf
der betroffenen Seite vergrößerte (tumorbefallene) Lymphknoten getastet oder
mit Ultraschall dargestellt werden. Da es sich beim inflammatorischen Karzinom
um eine flächige, meist die gesamte Brusthaut betreffende Tumorausbreitung
handelt, ist eine sofortige Operation nicht erfolgsversprechend.
Standardvorgehen ist eine primäre, auch neoadjuvant genannte Chemotherapie.
Mit modernen Chemotherapien kann bei bis zu 20% der Patientinnen ein
Verschwinden des Tumors in der Brust erreicht werden. Ziel ist, durch eine
wirksame Chemo- und evtl. auch Antikörpertherapie den Hautbefall bzw. die
Tumorerkrankung zurückzudrängen und nach erfolgreicher Behandlung eine
Entfernung der Brust (Mastektomie) und der Lymphknoten in der Achselhöhle
(Axilladissektion) anzuschließen.
Nach der Entfernung der Brust wird eine Bestrahlung der Brustwand auf der
betroffenen Seite empfohlen. Eine brusterhaltende Operation nach
medikamentös erfolgreich behandeltem inflammatorischem Karzinom stellt
derzeit ein nicht erprobtes Therapiekonzept dar und sollte deshalb nur im
Rahmen klinischer Therapiestudien durchgeführt werden.



Nicht-invasive Mammakarzinome

• Ductales Carcinoma in situ (DCIS)

Das ductale Carcinoma in situ (DCIS) kann als Vorstufe des invasiv wachsenden
Mammakarzinoms (sog. Präkanzerose) angesehen werden.
Bei Nichtbehandlung entwickeln bis zu 50% der betroffenen Patientinnen in der
Folge ein invasives Mammakarzinom.
Während das invasive Mammakarzinom die Grenzen der Milchgänge
überschreitet (sog. Stromainvasion) und so frühzeitig Anschluss an das Blut- und
Lymphsystem finden kann, ist das DCIS auf das Innere der Milchgänge begrenzt
und die Krebszellen haben die sie umgebende Barriere (Basalmembran) nicht
überschritten.
Da vielen invasiven Mammakarzinomen zunächst ein DCIS vorausgeht, ist die
Diagnosehäufigkeit von der Verbreitung geeigneter Früherkennungsuntersuchungen,
insbesondere der Mammographie, abhängig.
So liegt die Häufigkeit des DCIS im Münchener Raum bei 6% aller neu erkannten
Mammakarzinomerkrankungen. Dem steht eine Häufigkeit von 15 bis 20% in
Ländern mit funktionierenden Mammographie-Reihenuntersuchungsprogrammen
(Screening) gegenüber.

Bis zu 95% der DCIS-Erkrankungen weisen in der Mammographie so genannte
Mikroverkalkungen auf. Die Erkennung dieser Mikroverkalkungen ist jedoch auch
mit modernen Ultraschallgeräten nicht zuverlässig möglich. Die alleinige
Ultraschalluntersuchung ist demzufolge zur Erkennung dieser Vorstufe des
gefährlicheren invasiv-duktalen Mammakarzinoms nicht geeignet. Nur selten
findet sich zusätzlich ein klarer Tastbefund in der Brust.
Zur primären Abklärung solcher Verkalkungen bietet sich eine minimalinvasive
Biopsie (z.B. Vakuumstanzbiopsie) an. Bei Diagnose eines DCIS muss daraufhin
zwingend die operative Entfernung des betroffenen Areals folgen. In den meisten
Fällen sollte das Operationsgebiet vorher mammo- oder sonographisch markiert
werden. Hierzu wird z.B. ein dünner Draht, der dem Operateur später als
Orientierungspunkt dient, unter lokaler Betäubung an den Herdbefund
geschoben. Bei der Operation und der anschließenden pathologischen
Untersuchung kommt dem Sicherheitsabstand eine entscheidende Rolle zu. Die
Wahrscheinlichkeit einer erneuten Erkrankung (Rezidiv) sinkt mit zunehmendem
Sicherheitsabstand. Angestrebt werden sollte ein Sicherheitsabstand von 10 mm
in alle Richtungen. Neben dem Sicherheitsabstand haben das Alter der Patientin,
die Größe des DCIS-Befundes und das mikroskopische Erscheinungsbild der
Tumorzellen (sog. Kerngrading) Einfluss auf das Rezidivrisiko. Diese vier
Faktoren fließen in den von vielen Ärzten verwendeten Van Nuys Prognostic
Index (VNPI) ein (siehe Tabelle 1).

http://www.brustkrebsdeutschland.de/mov ... rtypen.pdf Seite 9

In Abhängigkeit von den Untersuchungsergebnissen werden für jeden der vier
Faktoren zwischen einem und drei Punkte vergeben. Den Punktewerten können
aus retrospektiven Untersuchungen erarbeitete Therapieempfehlungen (siehe
Tabelle 2) zugeordnet werden.

http://www.brustkrebsdeutschland.de/mov ... rtypen.pdf Seite 9

Insgesamt sind die Heilungsaussichten beim DCIS und bei einer Therapie
entsprechend der oben genannten Empfehlungen sehr hoch.
Bei hohem Rezidivrisiko nach brusterhaltender Therapie kann bei einem
Hormonrezeptor-positivem (Test sollte vom Pathologen durchgeführt werden)
das Risiko eines Rückfalls sowie das Risiko einer Brustkrebserkrankung auf der
anderen Seite durch den Einsatz eines Antiöstrogens (Tamoxifen) zusätzlich
reduziert werden.

In Anbetracht der gegen 100% gehenden Überlebensraten und der sehr hohen
Heilungschancen sollte diese Therapie jedoch nur Patientinnen mit einer
besonderen Risikokonstellation vorbehalten bleiben.
Eine Entfernung der Lymphknoten in der Achselhöhle ist wie auch die Entfernung
des so genannten Wächter-Lymphknotens (auch Sentinen-Lymphknoten
genannt) nur in Ausnahmefällen Teil des operativen Therapiekonzeptes, da beim
DCIS die Lymphknoten nur bei übersehenem (okkultem) invasivem Wachstum
betroffen sein können.


• Morbus Paget der Mamille (Brustwarze)

Der Morbus Paget (Paget-Krankheit) der Brustwarze ist eine Hauterscheinung
des duktalen Karzinoms. Die Häufigkeit wird mit 2-3% der bösartigen
Brusterkrankungen angegeben. In den meisten Fällen verbirgt sich dahinter ein
duktales Carcinoma in situ (DCIS), aber auch ein invasives Karzinom kann
ursächlich sein. Selten findet sich in der Brustdrüse kein korrelierender Tumor.
Bei der Untersuchung der Brust findet man einen schuppenden Hautausschlag,
der sich auf Brustwarze, Warzenvorhof und eventuell auch die umgebende Haut
ausbreitet. Bei entsprechenden Hauterscheinungen kann eine Probeentnahme
vom betroffenen Areal die Diagnose sichern. Die Therapie hat die vollständige
chirurgische Entfernung der Tumorzellen zum Ziel. Bei begrenzter Ausdehnung
kann die Entfernung der Brustwarze und des Warzenvorhofs ausreichend sein.
Bei einer häufig zugrunde liegenden ausgedehnten Tumorzellenausbreitung im
Brustdrüsenkörper sollte jedoch die Brust entfernt werden.


• Lobuläre Neoplasie

Frühere Bezeichnung: Carcinoma lobulare in situ oder lobuläres Karzinom in situ
(LCIS) sowie atypische lobuläre Hyperplasie (ALH)

Nach heute gültiger Bezeichnung werden alle Zellveränderungen, die von den
endständigen Milchgängen und Läppchen ausgehen (sog. terminale duktulolobuläre
Einheiten) und dort zu einer krankhaften Zellvermehrung führen, unter
dem Begriff der lobulären Neoplasie zusammengefasst.
In dieser Gruppe wurden die früher üblichen Bezeichnungen „Carcinoma lobulare
in situ“ und „atypische lobuläre Hyperplasie“ zusammengefasst. Wie bei allen Insitu-
Karzinomen bzw. Hyperplasien zeichnen sich diese Zellveränderungen
durch das Fehlen eines invasiven Wachstums aus, das heißt, die auffälligen
Zellveränderungen sind auf das Innere der Milchgänge und Läppchen begrenzt
und haben so keinen Anschluss an Blut- und Lymphbahnen.
Eine Metastasierung in andere Organe ist somit bei diesen Erkrankungen, eine
korrekte Diagnose vorausgesetzt, ausgeschlossen.
Die Inzidenz (Häufigkeit der Erkrankung in der Bevölkerung) ist nicht genau
bekannt, da diese Veränderungen üblicherweise nicht tastbar sind und häufig im
Rahmen der routinemäßigen Brustuntersuchungen (Ultraschall, Mammographie)
nicht auffallen.
Sie werden deshalb meistens im Rahmen pathologischer Untersuchungen von
Brustgewebe entdeckt, das aus anderen Gründen operativ entfernt wurde. Nach
den heute vorliegenden Untersuchungen ist eine Häufigkeit von 0,6 bis 3,9% zu
vermuten. In vielen Fällen ist die lobuläre Neoplasie nicht auf eine Stelle
begrenzt, sondern tritt in einer Brust an mehreren Stellen (multizentrisches
Wachstum, bei bis zu 85% der Erkrankten) oder in beiden Brüsten (bilateral, bis
zu 67%) auf.

In Studien konnte bei Frauen mehrere Jahre nach Feststellung einer lobulären
Neoplasie eine invasive Brustkrebserkrankung in der betroffenen (14-23%) oder
der zweiten Brust (9-19%) diagnostiziert werden. Demzufolge kann die lobuläre
Neoplasie als Indikator für ein erhöhtes Karzinomrisiko verstanden werden. Das
Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, ist bei diesen Patientinnen um das 5- bis
12fache erhöht. Daraus wie in früheren Zeiten eine Indikation zur (beidseitigen)
Entfernung des Brustdrüsenkörpers abzuleiten gilt jedoch heute ganz klar als
überholt.
Aktuelle Therapierichtlinien empfehlen die Entfernung des betroffenen Areals aus
diagnostischen Gründen, wobei der sonst wichtige Sicherheitsabstand in den
meisten Fällen eine untergeordnete Rolle spielt. Eine zusätzliche
Strahlentherapie stellt genauso wie eine Entfernung axillärer Lymphknoten eine
nicht indizierte Übertherapie dar. Wichtig ist die regelmäßige (mindestens
jährliche) Nachuntersuchung beider Brüste mit Tastuntersuchung,
Mammographie, Mammasonographie und bei unklaren Befunden
Kernspintomographie (MRT).


Andere bösartige Veränderungen der Brust

• Sarkome und maligne phylloide Tumore, Cystosarcoma phylloides

Sarkome und maligne phylloide Tumore der Mamma treten nur selten auf. Im
Unterschied zu anderen bösartigen Brusterkrankungen steht bei der Therapie
dieser Veränderungen die lokale Entfernung der Tumore mit ausreichendem
Sicherheitsabstand im Vordergrund. Die Operation der Lymphknoten in der
Achselhöhle ist bei klinisch unauffälliger Untersuchung der Lymphknoten nicht
indiziert. Durch eine Bestrahlung der Brust kann das hohe Risiko eines
Wiederauftretens reduziert werden. Eine Fernmetastasierung wird bei diesen
Tumoren nur selten gesehen.

• Mamma-Lymphome

Selten findet man in der Brust Lymphome. Dabei handelt es sich um bösartige
Zellveränderungen, die vom lymphatischen System, nicht von Brustdrüsenzellen
ausgehen. Bei der pathologischen Untersuchung während der Operation (sog.
Schnellschnitt-Untersuchung) kann die Abgrenzung zum invasiven Brustkrebs
schwierig sein.
Hierzu sind in vielen Fällen aufwendigere Untersuchungen notwendig. Da sich
die Therapie grundsätzlich unterscheidet, sollte bei Verdacht auf ein Lymphom
bis zur eindeutigen Diagnosestellung von einer ausgedehnten Operation
abgesehen werden. Die medikamentöse Therapie in einer onkologischen
Spezialabteilung steht bei Lymphomen im Vordergrund. Auf eine radikale
chirurgische Therapie, insbesondere eine Entfernung der Lymphknoten, kann in
den meisten Fällen verzichtet werden.
Gutartige Veränderungen der Brust


• Mastopathie

Die Mastopathie ist eine ausgesprochen häufige (bis zu 20% der Frauen sind
betroffen) gutartige Veränderung der Brust. Die Erkrankung tritt gehäuft zwischen
dem 35. und 55. Lebensjahr auf. Es kommt dabei zur Vermehrung des
Bindegewebes (fibröse Mastopathie) und zur Bildung von Zysten (fibröszystische
Mastopathie).
Die betroffenen Frauen berichten häufig über Schmerzen in der Brust
(Mastodynie). Die Verdachtsdiagnose kann in der Mammographie-, Ultraschalloder
manchmal auch schon bei der Tastuntersuchung durch den Spezialisten
gestellt werden. Eine genaue Diagnose kann nur der Pathologe nach Gewinnung
einer Gewebeprobe (z.B. Stanzbiopsie) stellen. Abhängig von Ausprägung,
Zellwachstum und Veränderung, wird die Mastopathie in 3 Grade (Klassifikation
nach Prechtel) eingeteilt.
Etwa 10% der betroffenen Frauen zeigen eine schwere Mastopathie (Grad 3).
Diese Frauen haben ein gegenüber der gesunden weiblichen Bevölkerung bis zu
fünffach erhöhtes Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Regelmäßige
Früherkennungsuntersuchungen werden empfohlen.

• UDH (Usual Ductal Hyperplasia)

In den Milchgängen gelegene (intraduktale) Zellvermehrung (Proliferation) ohne
Veränderung (Atypie) der Zellen.

• Atypische duktale Hyperplasie (ADH)

Bei der atypischen duktalen Hyperplasie kommt es zur Vermehrung veränderter
(atypischer) Zellen innerhalb der Milchgänge. Die Abgrenzung zum DCIS kann
aufgrund des mammographischen Bildes allein oft schwierig sein, weshalb eine
Gewebeprobe und bei hochgradigen Veränderungen eine Operation auffälliger
Areale notwendig werden kann.

• Fibroadenome

Die Fibroadenome stellen nach dem Mammakarzinom und der Mastopathie die
dritthäufigste Erkrankung der Brust dar, bei jungen Frauen nehmen sie
diesbezüglich die Spitzenposition ein.
Fibroadenome sind gutartige, im Gegensatz zu bösartigen Veränderungen
verdrängend wachsende Tumore. Der Tastbefund zeigt typischerweise eine glatt
begrenzte, rundliche, prall elastische Veränderung, die sich „schusserartig“ zum
umgebenden Gewebe verschieben lässt. Fibroadenome treten insbesondere bei
jungen (prämenopausalen) Frauen auf, da ihr Wachstum durch weibliche
Geschlechtshormone stimuliert wird.
Trotz ihres gutartigen Wachstums und einer sehr geringen Entartungstendenz
können Fibroadenome zu stattlicher Größe heranwachsen und bei
entsprechender Veranlagung wiederholt und an mehreren Stellen gleichzeitig
auftreten. Die Ultraschalluntersuchung ermöglicht in den meisten Fällen eine
zuverlässige Abgrenzung zu Zysten und bösartigen Veränderungen. Bei der
chirurgischen Entfernung auch größerer Fibroadenome können aufgrund des
verdrängenden Wachstums kosmetisch gute Ergebnisse erreicht werden, da das
zuvor verdrängte Gewebe den entstandenen Defekt teilweise wieder auffüllen
kann.

• Mammazysten


Zysten in der Brust sind flüssigkeitsgefüllte, glatte, rundliche Befunde. Die
Erkennung von Mammazysten gelingt zuverlässig mit einer hochauflösenden
Ultraschalluntersuchung (Sonographie) der Brust. Auch die Mammographie kann
zur weiteren Abklärung unklarer Zysten hilfreich sein.
Normalerweise werden Zysten in der Brust heute nicht mehr operativ entfernt
oder punktiert. Eine Ausnahme bilden schmerzhafte, stark wachsende oder
sonographisch untypische bzw. auffällige Zysten. Nach Entfernung der
Zystenflüssigkeit durch gezielte Punktion kommt es überproportional häufig zur
erneuten Füllung der Zyste (Rezidiv). In seltenen Fällen kann auch zystischen
Befunden eine bösartige Veränderung zugrunde liegen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Tumortypen des Mammakarzinoms
BeitragVerfasst: 2. Dez 2010 20:57 
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Was genau versteht man unter "In der Literatur wird ein
durchschnittliches 10-Jahres-Überleben für das invasiv-duktale Karzinom von
unter 50% angegeben."? Heißt das, dass man nur um die 10 Jahre lebt oder verstehe ich das jetzt total falsch? :???:

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 Betreff des Beitrags: Re: Tumortypen des Mammakarzinoms
BeitragVerfasst: 2. Dez 2010 22:48 
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Im Durchschnitt überleben den Brustkrebs knapp 50% der Frauen mindestens 10 Jahre. Das ist nur eine Statistik. Darunter sind auch welche, die überhaupt nicht wieder erkranken. Jede Frau reagiert ist anders. Man kann mit Brustkrebs auch uralt werden. Ich gebe überhaupt nichts auf Statistiken.

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 Betreff des Beitrags: Re: Tumortypen des Mammakarzinoms
BeitragVerfasst: 2. Dez 2010 22:57 
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Liebe Yvonne,
Ich kann mich da nur schnucks anschliessen und bin der meinung je mehr man solche statistiken liest umso beunruhigter wird man. Es ist sicher sinnvoll sich zu informieren aber man sollte es nicht uebertreiben [smilie=confused-smiley-013.gif]
Liebe Gruesse
Heidi

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 Betreff des Beitrags: Re: Tumortypen des Mammakarzinoms
BeitragVerfasst: 2. Dez 2010 23:02 

Yvonne, wenn eine Frau 1 Jahr überlebt und eine andere 19 Jahre kommt man auf die durchschnittlichen 10 Jahre. Da aber jedes Jahr 50.000 Frauen neu erkranken ist quasi jede Überlebenszeit möglich und ergibt dann in ihrer Summe die statistisch angenommenen 10 Jahre.
L.G.
Lena


  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Tumortypen des Mammakarzinoms
BeitragVerfasst: 3. Dez 2010 11:20 

Hallo Ihr Lieben x039x ,

na sind ja wieder tolle Aussichten, machen gleich wieder komisches Gefühl in der Magengegend [smilie=cry.gif] .
Mir machen sie Angst, manchmal ist es wohl besser wenn man bestimmte Themen nicht liest. Meine Meinung.

Aber dann kommen wieder die lieben Engel, die sagen gebe nichts auf diese Statistiken, weiter gehts..

LG Corinna


  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Tumortypen des Mammakarzinoms
BeitragVerfasst: 3. Dez 2010 11:54 
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Ja Corinna, so war es bei mir nämlich auch. In meinem Brief vom KH an meine FA standen nämlich in zwei unterschiedlichen Sätzen einmal, dass das Karzinom invasiv und in dem anderen ein duktales ist. Da hat mich der Satz jetzt nämlich auch total beunruhigt.

Aber gut, dann gebe ich jetzt einfach auch nichts auf diese Statistik und mache mich nicht weiter verrückt.

Eigentlich bin ich auch nur durch die Themen gegangen, weil ich die ganzen Hieroglyphen nicht verstanden habe.

Danke

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 Betreff des Beitrags: Re: Tumortypen des Mammakarzinoms
BeitragVerfasst: 28. Okt 2012 11:49 

Der Link gaaanz oben,

funktioniert noch.
Dort gibt es auch ein Brustkrebslexikon, das zurzeit aber gerade überarbeitete wird.

LG
Ute


  
 
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