http://mit-brustkrebs-leben.phpbb8.de/sitemapindex.xml.gzBisphosphonate und ihre Nebenwirkungen... Nekrosen : Metastasen und die Behandlungsmöglichkeiten
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 Betreff des Beitrags: Bisphosphonate und ihre Nebenwirkungen... Nekrosen
BeitragVerfasst: 10. Feb 2008 23:42 
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Universitätsklinikum Bonn
Medizinische Klinik und Poliklinik I
Allgemeine Innere Medizin
mit Schwerpunkten Gastroenterologie-Hepatologie,
Hämatologie-Onkologie, Nephrologie

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Universitätsklinikum Bonn

Merkblatt zur Vorbeugung
Kieferknochenschädigung (Osteonekrose) unter Therapie mit Bisphosphonaten

Lieber Patientin,
lieber Patient,

im Rahmen der Therapie Ihrer Erkrankung werden sie unter anderem mit Medikamenten aus der Substanzklasse der Bisphosphonate behandelt. Neben den Ihnen bekannten häufig vorkommenden Nebenwirkungen wurde nun eine zwar seltene, aber schwerwiegende Nebenwirkung dieser Substanzen in dem gehäuften Auftreten von Kieferknochenschädigungen (Kiefer-Osteonekrosen) bekannt. Hierunter versteht man eine Aufweichung und Zerstörung eines Kieferknochens meist nach einem zahnärztlichen Eingriff. Im September 2003 wurden erstmals Fälle von Kieferosteonekrosen unter Bisphosphonattherapie bekannt.

Da es sich bei dieser Nebenwirkung um eine unangenehme und schwierig zu behandeln-de Komplikation handelt liegt uns sehr viel daran, dass Sie ausführlich über die Entstehung und den Charakter dieser Erkrankung aufgeklärt werden. Nur auf diese Weise ist eine Vermeidung und eine rasche Erkennung dieser Komplikation möglich. Daher möchten wir Sie mit diesem Merkblatt umfassend über die Entstehung und die Verhinderung von Kiefer-Osteonekrosen informieren.
Welche Symptome treten bei einer Kiefernekrose auf?

Allgemeine Symptome sind Schmerzen, Schwellung des Kiefers bzw. des Zahnfleisches, eitrige Sekretion, Fieber, nicht heilende Wunden nach Zahnentfernungen oder andersartigen zahnärztlichen Kiefereingriffen sowie Knochenfreilegungen und Taubheitsgefühl. Al-lerdings kann eine Kiefer-Osteonekrose auch lange Zeit ohne Auftreten von Symptomen verlaufen.
Wodurch entsteht eine Kieferosteonekrose unter Bisphosphonattherapie ?

Eine wesentliche Ursache für das Auftreten von Kiefernekrosen besteht zum einen vermutlich darin, dass Bisphosphonate die Wirkung der Osteoklasten (Zellen für den Knochenabbau) hemmen. Osteoklasten bewirken einen regelmäßigen Knochenabbau alten Knochens, was wiederum die Knochenneubildung durch Osteobalsten stimuliert. Dadurch tragen sie effektiv zu Vorgängen des Knochenumbaus und der Knochenerneuerung bei. Bisphosphonate verfügen außerdem über einen antangiogenetischen Effekt. Dies bedeutet, dass die Neubildung von Blutgefäßen durch diese Substanzen gehemmt wird. Hier-durch kann es insbesondere in stark beanspruchten Knochen wie z.B. den Kieferknochen
zu einer mangelhaften Durchblutung kommen, was wiederum zu Nekrosen, also Knochenzerstörungen führen kann.

Ein besonders gehäuftes Auftreten dieser Nebenwirkung wurde bei dem Präparat Zoledronat (Zometa®) beobachtet, unter Pamidronat (Aredia®) traten ebenfalls des öfteren Kiefernekrosen auf, jedoch seltener als bei Zoledronat. Unter Ibandronat (Bondronat®) Therapie waren Kiefer-Osteonekrosen als Komplikation bisher selten zu finden und bei Patienten, die Clodronat (Ostac®) erhielten, wurden bisher keine Kiefer-Osteonekrosen beobachtet.

Welche Gefahrenquellen müssen Sie unbedingt beachten ?
Da eine Therapie mit Bisphosphonaten für die erfolgreiche Behandlung Ihrer Grunderkrankung jedoch unbedingt erforderlich ist, sollten Risikofaktoren, die das Entstehen von Kiefernekrosen begünstigen weitestgehend vermieden werden.

Eine der Hauptgefahren besteht in größeren zahnärztlichen Behandlungen wie z.B. Wurzelbehandlungen, Zahnentfernungen, Einsatz von Zahnimplantaten. Bei solchen Eingriffen kann es leicht zu Entzündungen und Einbringen von Keimen in den Kiefer kommen. Kommt es zu Zahnfleischverletzungen oder Wunden im Kieferbereich, kann es zu komplizierten Infektionen kommen, die sich auf den Kieferknochen übertragen können und damit eine Knochenzerstörung hervorrufen können. Daher sollten größere Zahn-/Kieferbehandlungen nur erfolgen, wenn diese unbedingt erforderlich sind.
In jedem Fall sollte sich der behandelnde Zahnarzt vor dem geplanten Eingriff unbedingt mit Ihrem behandelnden Hämato-Onkologen in Verbindung setzen.
Besonders gefährdet sind Patienten bei welchen innerhalb der letzten 6 Monate größere Zahnbehandlungen durchgeführt wurden und Patienten die im Bereich des Kiefers bestrahlt wurden. Außerdem wurde beobachtet dass Patienten höheren Alters stärker zu dem Auftreten von Kiefer-Osteonekrosen neigen als jüngere Patienten. Ein weiterer wichtiger Risikofaktor besteht in einer unzureichenden Mundhygiene und unregelmäßigen Zahnarztbesuchen.
Außerdem möchten wir noch darauf hinweisen, dass andere Medikamente, die Sie möglicherweise ebenfalls im Rahmen Ihrer Therapie einnehmen ähnliche Effekte auf die Knochenstabilität haben wie Bisphosphonate und daher die gleichzeitige Einnahme dieser Medikamente mit Bisphosphonaten die Entstehung von Kiefer-Osteonekrosen begünstigen kann.
Daher sollte die Einnahme von Medikamenten mit hemmender Wirkung auf Osteoklasten (s.o.) oder auf die Neubildung von Blutgefäßen nach Möglichkeit vermieden werden.

Was können Sie und Ihre Ärzte tun, um das Auftreten von Kiefer-Osteonekrosen zu ver-hindern ?

♦ Vor der ersten Behandlung mit einem Bisphosphonat empfehlen wir dringend eine gründliche Überprüfung und ggf. eine Sanierung Ihrer Zähne.

♦ Weiterhin ist eine gründliche und regelmäßige Mundhygiene durch korrektres Zähneputzen, Mundspüllösungen und regelmäßige Zahnarztbesuche (mindestens im Abstand von 6 Monaten) unbedingt empfehlenswert.

♦ Weiterhin sollten Sie darauf achten, dass Verletzungen der Mundschleimhaut vermieden werden, da diese Eintrittspforte für infektiöse Erreger sein können.

♦ Außerdem ist es sehr wichtig, dass sich der behandelnde Zahnarzt vor größeren Zahn-/Kiefereingriffen mit Ihrem behandelnden Hämato-Onkologen in Verbindung setzt. Da solche Behandlungen hinsichtlich der Entstehung von Kiefer-Osteonekrosen unter längerer Bisphosphonat-Therapie die größte Gefahrenquelle darstellen, ist eine gemeinsame Planung des Eingriffs von großer Bedeutung.

♦ Vor der Durchführung größerer zahnärztlicher Behandlungen sollten mittels Röntgenaufnahme des Kiefers (Panoramaaufnahme) akute Krankheitsprozesse im Bereich des Kiefers ausgeschlossen werden. In der Regel sollte eine Antiobiotika-Prophylaxe erfolgen.

♦ Außerdem wird empfohlen, die Gabe von Bisphosphonaten vor und nach Eingriff für mindestens 2-4 Monate zu pausieren, um eine bessere Abheilung zu gewährleisten.

♦ Zeigen Sie dieses Merkblatt bitte auch Ihrem Zahnarzt!


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 Betreff des Beitrags: Re: Bisphosphonate und ihre Nebenwirkungen... Nekrosen
BeitragVerfasst: 10. Feb 2008 23:44 
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http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news. ... e&id=31067


Neue Studie: Knochennekrosen durch Bisphosphonate
Mittwoch, 16. Januar 2008

Vancouver – Die Behandlung mit den Bisphosphonaten Alendronat, Etidronat und Risedronat war in einer Fall-Kontroll-Studie im Journal of Rheumatology (Onlineausgabe) mit einer erhöhten Rate von aseptischen Osteonekrosen assoziiert.

Aseptische Knochennekrosen sind eine seltene Erkrankung, deren Häufigkeit in der Pressemitteilung der Universität von British Columbia mit 1 zu 20.000 Personen pro Jahr angegeben wird. Dass sie als Komplikation nach der Gabe von Bisphosphonaten auftreten können, wird seit einigen Jahren vermutet. Erstmals 2003 kam es zu Berichten von Patienten, bei denen es unter der Therapie mit den Bisphosphonaten zu Knochennekrosen im Kiefer kam. Die Ursache vermuten die Experten heute in einer Störung des Knochenumbaus oder der Blutversorgung. Stimmt diese Vermutung, dann wären nicht nur die Kieferknochen gefährdet, sondern auch andere Bereiche des Skeletts. Die von Mahyar Etminan und Mitarbeitern des Vancouver Coastal Health Research Institute vorgestellten Daten bestätigen diese Vermutung.

Die Forscher stellten älteren Patienten, die im Bundesstaat Quebec wegen einer aseptischen Knochennekrose (an nicht spezifischen Körperregionen) hospitalisiert wurden, jeweils zehn Kontrollen gegenüber und verglichen dann die Medikamente, welche “Fälle” und “Kontrollen” erhalten hatten. Es handelt sich um die bisher größte epidemiologische Studie zu dieser Fragestellung und um die erste Studie, die gezielt nach Assoziationen mit einzelnen Wirkstoffen gesucht hat, nämlich den drei häufig verordneten Bisphosphonaten Alendronat, Etidronat und Risedronat.

Für alle drei wurde ein signifikant erhöhtes Risiko auf eine aseptische Osteonekrose gefunden. Die Risk Ratios (RR) betrugen 2,87 (95-Prozent-Konfidenzintervall 1,46-5,67) für Alendronat, 2,43 (1,05-5,62) für Etidronat und 3,34 (1,04-10,67) für Risedronat. Es gab keine Unterschiede zwischen Patienten, welche die Medikamente in den letzten 90 Tagen eingenommen hatten und solchen, bei denen die Einnahme 91 bis 365 Tage zurücklag.

Osteonekrosen können zu starken Schmerzen bis hin zur Immobilität führen. Betroffen sind häufig Schulter, Knie und Hüfte. Die Pressemitteilung verweist in diesem Zusammenhang auf einen Warnhinweis der amerikanischen Zulassungsbehörde FDA, nach der diese Schmerzen von Ärzten und Patienten häufig nicht mit der Einnahme der Medikamente in Verbindung gebracht werden, obwohl die Fachinformationen darauf hinweisen.

Aseptische Osteonekrosen sind zwar selten. Die Verordnungen von Bisphosphonaten sind in den letzten Jahren jedoch gestiegen, weil viele Frauen, die früher eine Hormonersatztherapie mit Östrogenen betrieben, heute zur Prävention der Osteoporose Bisphosphonate erhalten. In den USA werben die Hersteller im Fernsehen für diese Medikamente, die bei neueren Präparaten nur einmal pro Monat oder einmal im Jahr appliziert werden müssen, was die Attraktivität dieser Therapie weiter steigern könnte.


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 Betreff des Beitrags: Re: Bisphosphonate und ihre Nebenwirkungen... Nekrosen
BeitragVerfasst: 11. Feb 2008 00:03 
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