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 Betreff des Beitrags: Krebs-Prävention: Lifestyle, Stillen, Impfen - und Screening
BeitragVerfasst: 23. Okt 2014 00:14 
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Prävention im Krebs-Kodex: Lifestyle, Stillen und Impfen, dann erst kommt das Screening

Die International Agency for Research on Cancer (IARC), die auf Krebserkrankungen spezialisierte Abteilung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), hat am 14. Oktober 2014 die jüngste Ausgabe des Europäischen Krebskodex veröffentlicht. In der Neufassung sind 12 Punkte aufgelistet, die einen gesünderen Lebensstil und dadurch eine verbesserte Krebsprävention ermöglichen sollen. Der neue Kodex entstand in 2-jähriger Zusammenarbeit von klinischen und forschenden Onkologen sowie weiteren Spezialisten in der Europäischen Union.

„Der Kodex erhöht das Bewusstsein für die bedeutende Rolle der Prävention im Kampf gegen den Krebs”, sagt Dr. Christopher Wild, Direktor der IARC. „Durch eine Umsetzung des Kodex kann jeder europäische Bürger konkret für sich, seine Freunde und Familien handeln, um das Risiko für eine Krebserkrankung zu verringern.“ Je mehr Empfehlungen die Menschen befolgen, umso geringer ihr Krebsrisiko. Nach Schätzungen kann nahezu die Hälfte der Krebs-bedingten Todesfälle in Europa vermieden werden, wenn jeder Bürger die Empfehlungen beherzigt.

Im Jahr 1987 gab es eine erste Fassung des Kodex. Es folgten mehrfach Anpassungen an neue Erkenntnisse, aktuell liegt der Kodex jetzt in der 4. Version vor. Ein Schwerpunkt der Empfehlungen ist der Verzicht auf Tabak, übermäßige Sonnenbestrahlung und Alkohol. Nach Ansicht der Verfasser gibt es keinen Zweifel, dass Alkohol – egal in welcher Menge und in welcher Form – das Krebsrisiko erhöht. Je mehr Alkohol getrunken wird, umso höher das Risiko. Dass im Sinne einer Risiko-Nutzen-Bilanz immer wieder der günstige Effekt kleiner Alkoholmengen auf das kardiale Risiko hervorgehoben wird, greifen die Autoren ebenfalls auf – und betonen den Mangel an klarer Evidenz für einen solchen Schutz.

Ferner weisen sie auf die Bedeutung eines gesunden Körpergewichts hin. Als gesund bezeichnet der Kodex ein Körpergewicht, das das geringste Risiko für Folgeerkrankungen wie Krebs, Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen aufweist. Die Empfehlung lautet also, Übergewicht aber auch Untergewicht zu vermeiden, und das Gewicht bei einem Körpermassenindex (BMI) zwischen 18,5 und 24,9 kg/m² zu halten.

Wichtig ist ferner die ausreichende körperliche Aktivität, was zwar als Prävention für zahlreiche Erkrankungen längst anerkannt, als Prävention gegen Krebs jedoch vielen Menschen noch wenig bewusst ist. Ein Nutzen ist dann zu erwarten, wenn man sich 150 Minuten pro Woche mit mäßig starker Intensität oder 75 Minuten pro Woche mit hoher Intensität bewegt. Jede Art der Bewegung ist sinnvoll, und zwar je mehr, desto besser.

Neu in der 4. Auflage sind Empfehlungen zur Begrenzung der Hormonersatztherapie, zur Impfung gegen humane Papillomaviren (HPV) sowie zum Stillen. Neugeborene sollten bis zum Alter von sechs Monaten ausschließlich gestillt werden.

Der aktualisierte Kodex empfiehlt ferner, auf die Strahlenbelastung durch Radon in der häuslichen Umgebung zu achten und geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um eine hohe Radonbelastung zur verringern. Das radioaktive Gas Radon kann das Risiko für Lungenkrebs erhöhen. Es lässt sich in den meisten Gebäuden nachweisen. Die Radonkonzentration in der Bodenluft ist z. B. auf der Seite des Bundesamtes für Strahlenschutz aufgelistet. Die Radonbelastung in der Wohnung kann mit entsprechenden Messgeräten festgestellt werden. Die Radonkonzentration sollte nicht über 100 Bq/m³ liegen. Das Bundesumweltministerium stellt Merkblätter zur Sanierung von radonbelasteten Häusern zur Verfügung.

„Dieser neue Kodex basiert auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Er ist ein wichtiges Instrument zur Krebsprävention beim einzelnen Bürger, für Regierungen, für Gesundheitsberater und für Politiker“, sagte John F. Ryan, Leiter der Direktion Öffentliches Gesundheitswesen der Europäischen Kommission.

Erst zuallerletzt empfiehlt der Kodex die Teilnahme an entsprechenden Screening-Programmen zur Früherkennung von Darm-, Brust- und Zervixkarzinomen.

Die 12 Empfehlungen im Einzelnen

Der aktuelle Kodex beinhaltet folgende 12 Empfehlungen:

1. Rauchen Sie nicht! Verwenden Sie keinerlei Tabak, egal in welcher Form.

2. Sorgen Sie für eine rauchfreie häusliche Umgebung. Unterstützen Sie entsprechende Kampagnen an Ihrem Arbeitsplatz.

3. Achten Sie auf ein gesundes Körpergewicht.

4. Achten Sie auf tägliche körperliche Aktivität. Begrenzen Sie die Zeit, in der Sie sitzen.

5. Ernähren Sie sich gesund: Essen Sie viele Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Gemüse und Obst. Begrenzen Sie die Zufuhr hochkalorischer Nahrung (stark zucker- oder fetthaltige Nahrungsmittel) und vermeiden Sie zuckerhaltige Getränke. Vermeiden Sie bearbeitetes Fleisch, begrenzen Sie die Zufuhr von rotem Fleisch und von stark salzhaltigen Lebensmitteln.

6. Trinken Sie Alkohol nur mäßig. Alkoholverzicht ist für die Krebsprävention besser.

7. Vermeiden Sie zu starke Sonnenbestrahlung, besonders bei Kindern. Verwenden Sie Sonnenschutz, benutzen Sie keine Sonnenbank.

8. Schützen Sie sich am Arbeitsplatz vor Krebs-auslösenden Substanzen, indem Sie Gesundheits- und Sicherheitsanweisungen befolgen.

9. Prüfen Sie, ob Sie zuhause einer erhöhten Strahlenbelastung aufgrund hoher Radonstrahlung ausgesetzt sind. Ergreifen Sie geeignete Maßnahmen, um eine hohe Radon-Belastung zu senken.

10. Für Frauen: Stillen senkt das Krebsrisiko der Mutter. Stillen Sie deshalb Ihr Baby, wenn möglich. Hormonersatztherapie erhöht das Risiko für bestimmte Krebsformen. Begrenzen Sie daher die Hormonersatztherapie.

11. Sorgen Sie dafür, dass Ihre Kinder an folgenden Impfprogrammen teilnehmen:
- Hepatitis B (für Neugeborene)
- Humane Papillomaviren (für Mädchen)

12. Nehmen Sie selbst an organisierten Screening-Programmen teil:
- Darmkrebs (Männer und Frauen)
- Brustkrebs (Frauen)
- Zervixkarzinom (Frauen)

Der Europäische Kodex gegen Krebs ist auf den Internetseiten der Europäischen Kommission und des IARC abrufbar.

Quelle: Medscape Deutschland, 16. Oktober 2014


Da Medscape nur mit Passwort zugänglich ist, habe ich euch den gesamten Artikel kopiert.

_________________
Herzliche Grüsse von Katarina

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