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 Betreff des Beitrags: Neue Therapie bei Knochen-Metas: Weiterleben ohne Schmerzen
BeitragVerfasst: 23. Aug 2014 00:40 
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Neue Therapie bei Knochen-Metas: Weiterleben ohne Schmerzen

Viele Krebspatienten haben Metastasen in der Wirbelsäule. Ihnen will die Uniklinik Frankfurt mit einem neuen Verfahren helfen. Es eignet sich auch für Kranke, die nicht mehr bestrahlt werden können.

Das Universitätsklinikum bietet eine neue Therapie für Krebspatienten mit Metastasen in der Wirbelsäule an. Dabei werden die Geschwulste zerstört, und der entstandene Hohlraum wird zur Stabilisierung der Wirbel mit Zement gefüllt. Neu ist die Kombination beider Behandlungen in einem Eingriff, wie der Radiologe Thomas Vogl sagt. Das von ihm geleitete Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie nimmt den minimalinvasiven Eingriff vor. Ärzte und Entwickler erhoffen sich von dem Verfahren mehr Lebensqualität für Patienten, die zuvor unter starken Rückenschmerzen litten. Eine von Vogl geleitete europäische Studie soll untersuchen, ob die Schmerzen mit dem Eingriff reduziert oder beseitigt werden können. Zentrum der Studie ist Frankfurt.

Knochenmetastasen treten sehr oft im fortgeschrittenen Stadium der häufigsten Krebserkrankungen wie Brust-, Prostata- und Lungenkrebs auf. Tochtergeschwülste in der Wirbelsäule würden meist erst gefunden, wenn sie den Patienten Schmerzen bereiteten, sagt Vogl.

Auch für die Psyche wichtig
Bisher hätten Onkologen die Metastasen meist nicht gesondert behandelt. Vielmehr werde die Chemotherapie gegen die ursprüngliche Krebserkrankung fortgesetzt. Gegen die Schmerzen erhielten die Patienten starke Medikamente. In einigen Fällen würden die Metastasen auch bestrahlt. Instabile Wirbel würden schon seit längerer Zeit mit Zement gefestigt. Der Tumor werde dafür nicht unbedingt beseitigt, er könne weiter wachsen und Nerven schädigen.

Die Entfernung des Tumors sei jedoch auch für die Psyche der Patienten wichtig, sagt Vogl. Krebskranke könnten noch jahrelang mit den Metastasen leben. Wenn es gelinge, ihre Schmerzen zu beseitigen oder zu lindern, sei sogar die Rückkehr in den Beruf möglich.

Über eine Kanüle führen die Uni-Mediziner ein Instrument in den betroffenen Wirbel ein, lösen die Wucherung ab und schaffen einen Hohlraum. Dann wird das Tumorgewebe mit Radiofrequenz auf mehr als 50 Grad erhitzt und dadurch zerstört. Die Behandlung findet im Computertomographen statt, die Ärzte kontrollieren alle Handgriffe auf Röntgenbildern. Direkt nach der Tumorentfernung wird der Wirbel mit Zement gefüllt. Die Überwachung mit dem Computertomographen minimiere auch das Risiko, dass Zement aus dem Wirbelkörper auslaufe, durch den Körper wandere, in die Blutbahn gelange und Gefäße verstopfe, sagt Vogl.

Krankenkasse zahlt nur zum Teil
Der Eingriff dauert nach seinen Angaben in der Regel nicht länger als 30 Minuten. Der Patient erhalte nur eine lokale Betäubung und sei bei Bewusstsein. Das ermögliche auch die Behandlung von stark geschwächten Krebspatienten. Eine Chemotherapie müsse dafür nicht unterbrochen werden. Das Verfahren komme auch jenen zugute, die nicht mehr bestrahlt werden könnten, weil sie für die Tumorbekämpfung schon die maximale Strahlendosis erhalten hätten.

Im Oktober 2013 hat das System die Zulassung für den deutschen Markt erhalten. In Amerika ist es schon seit 2012 im Einsatz. Bisher sind auf der gesamten Welt nach Angaben des Herstellers etwa 1500 Patienten behandelt worden. Doch noch übernehmen die Krankenkassen die Kosten nur zum Teil. Bezahlt wird die Stabilisierung des Wirbelknochens mit Zement. Die Kosten für die Ablation mit Hilfe von Radiofrequenz werden erst übernommen, wenn die Studie Vorteile für Patienten nachgewiesen hat.

In Frankfurt werden noch geeignete Probanden mit schmerzenden Wirbelsäulen-Metastasen gesucht. Ausgeschlossen sind Kinder und Schwangere sowie Patienten, die an einer anderen Studie teilnehmen oder schon an der Wirbelsäule operiert wurden. Den Teilnehmern entstehen keine Kosten. Das Uniklinikum trägt den Anteil, den die Krankenkassen nicht übernehmen.

(univadis / von Ingrid Karb in: Frankfurter Allgemeine, 20.08.2014)

_________________
Herzliche Grüsse von Katarina

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