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 Betreff des Beitrags: Re: Lapatinib - TEACH Studie
BeitragVerfasst: 14. Nov 2007 23:01 
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Lapatinib - Herceptin

Beide Wirkstoffe kommen nur Patientinnen in Frage, bei denen im Turmormaterial das ErbB2 Gen, das ein Eiweiß produziert, in hoher Konzentration festgestellt wurden.

Die Tumorzellen haben paarige Rezeptoren. Sie beschleunigen ihr Wachstum und ihre Teilungsgeschwindigkeit, wenn zwischen den jeweils zusammen gehörenden Rezeptoren quasi eine Brücke geschlagen wurde. Wodurch genau das passiert, ist wohl nicht nicht so ganz klar; offensichtlich hat jedoch großen Einfluss, wenn mehr als die übliche Zahl des ErbB2 Gens gefunden werden, wodurch ungewöhnlich hohe Mengen des HER2 oder erbB2 Proteins gebildet wurden
Zu dieser Erkenntnis gab es jedoch zur weiteren Forschung in diesen Fällen zwei Lösungsansätze.

Der eine ist der Versuch von oder die Suche nach Stoffen, die die Bildung solcher Brücken verhindern. Das Ergebnis dieser Suche ist Herceptin. Herceptin verstopft quasi die Rezeptoren und verhindert eine Verbindung, die sich auf das Zellwachstum auswirkt.

Das zweite war die Suche nach einem Stoff, der in die Zelle eindringt und innerhalb der Zelle verhindert, dass diese auf die Verbindung der Rezeptoren reagiert. Das Ergebnis hiervon ist Lapatinib.

Beide Wirkstoffe haben also unterschiedliche Angriffspunkte im Zellwachstum und daher eine unterschiedlich Wirkweise.

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 Betreff des Beitrags: Re: Lapatinib - TEACH Studie
BeitragVerfasst: 14. Nov 2007 23:22 
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Lapatinib - Nebenwirkungen

Lapatinib wurde bereits in Studien mit metastasierenden Frauen getestet. Außerdem liegen auch Erkenntnisse über die Medikamentengruppe vor. Insofern stehen bereits Erkenntnisse über Nebenwirkungen zur Verfügung. Die häufigsten sind:
Durchfall, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Hautausschlag und Müdigkeit.

Nach Auskunft meines Onkologen, der auch Frauen aus anderen Studien betreut (z.B. aus der Uniklinik Düsseldorf) ist eine Vorhersage zu den Nebenwirkungen nicht möglich. Die Bandbreite reicht von gar keinen Nebenwirkungen bis zu schwersten Durchfällen (lebensbedrohlich wegen des Flüssigkeitsverlustes) und Hauterkrankungen, die eine Beeinträchtigung der Lebensqualität bedeuten.

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 Betreff des Beitrags: Re: Lapatinib - TEACH Studie
BeitragVerfasst: 15. Nov 2007 17:45 
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Hallo Monika
Ich bin sehr beeindruckt von Deinem Wissen über Lap.
Deshalb meine Frage, weißt Du warum Frauen die Herceptin bekommen oder bekamen kein
Lap. bekommen sollen?
Liebe Grüße Ulla

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 Betreff des Beitrags: Re: Lapatinib - TEACH Studie
BeitragVerfasst: 15. Nov 2007 20:55 
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Jau, Ulla, weiß ich in etwa; deshalb hier die nächste Überschrift:

Studienergebnisse

Bei den Studien mit Lapatinib hat man zunächst festgestellt, dass sich die großen Hoffnungen erfüllten. Die Metastasen der Frauen schrumpften unter der Gabe des Mittels. Vor allem schrumpften die Metastasen im Gehirn, was ja ein ungeheurer Erfolg war. Das Zulassungsverfahren lief auf Hochtouren; alle waren euphorisch; die Studien wurden ausgeweitet. Daraus resultiert ja auch meine Studie.
Dann kam der Knacks. Plötzlich schrumpften die Metastasen nicht mehr alle sondern die meisten wuchsen wieder. Das kann man auch in anderen Foren feststellen. Es gibt Frauen, die ihre Enttäuschung berichten, weil bei ihnen genau das jetzt passiert. Was man wohl jetzt feststellt ist, dass einzig die Hirnmetastasen sich länger von Lapatinib beeindruckt zeigen.
Man erreicht in den bisherigen Studien folglich lediglich einen Aufschub der Progression für einige Monate.
Gemessen an der Massivität der Nebenwirkungen scheint der Erfolg nicht angemessen zu sein.
Die Abwägung zwischen Erfolg und schädlicher Folgen führte zu einer Verschiebung der Zulassung. Das Hauptstichwort bei dieser Entscheidung war wohl das Wort: Lebensqualität.

Meine Studie scheint jedoch unbeeinträchtigt weiter zu laufen. Mein Onkologe verspricht sich nach wie vor große Chancen für Lapatinib, wenn der Pharmakonzern seine Hausaufgaben jetzt richtig macht.

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 Betreff des Beitrags: Re: Lapatinib - TEACH Studie
BeitragVerfasst: 15. Nov 2007 21:55 
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Beeinträchtigung der Wirkung

Bei der Prüfung der bisherigen Ergebnisse ist wohl aufgefallen, dass der Aufschub der Progression bei Frauen, die kein Herceptin genommen größer zu sein scheint. Dies würde auch erklären, warum die Hirnmetastasen weiter schrumpfen. Da Herceptin keine Medikament auf Proteinbasis ist, überwindet es die Blut - Hirn - Schranke nicht. Herceptin hat also folglich bei den Frauen, die es nahmen, im Gehirn keinen Einfluss gehabt. Dort wirkt Lapatinib dann länger.
Es soll nun auch eine Studie laufen, die einen Zusammenhang prüfen soll. In dieser Studie werden bisher nicht behandelte Frauen mit Metastasen auf 3 verschiedene Weisen behandelt: 1. Herceptin, 2. Lapatinib und 3. Herceptin und Lapatinib.
Mein Onkologe hat mir erklärt, dass wohl die Vermutung besteht, dass Herceptin die Rezeptoren derart verändert, dass Lapatinib seine Wirkkraft sehr schnell verliert.
Herceptin hätte folglich eine negative Auswirkung auf die Wirkung von Lapatinib.
Ich schätze, man muss hier die weitere Forschung über Studien erstmal abwarten. Es scheint mir aber sehr verfrüht, sich allzu große Hoffnungen bezüglich Lapatinib zu machen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Lapatinib - TEACH Studie
BeitragVerfasst: 15. Nov 2007 22:12 
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Immerhin scheint die Chance zu bestehen, daß Lapatinip bei Hirntumoren wirkt. Das wäre dann doch eine große Chance.

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 Betreff des Beitrags: Re: Lapatinib - TEACH Studie
BeitragVerfasst: 15. Nov 2007 22:51 
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Und wenn die anderen Studien es bestätigen, könnte es länger wirken, wenn kein Herceptin gegeben wird.
Vielleicht, wenn man einen Zusammenhang findet, kann man Lapatinib ja auch so verändern, dass Herceptin keinen Einfluss darauf hat. Wer weiß?!

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 Betreff des Beitrags: Re: Lapatinib - TEACH Studie
BeitragVerfasst: 15. Nov 2007 23:57 

Monika hat geschrieben:
dass Herceptin die Rezeptoren derart verändert, dass Lapatinib seine Wirkkraft sehr schnell verliert.

Soweit ich informiert bin hat Herceptin keinen Einfluss auf die Wirkkraft von Lapatinib.
Beide Medikamente haben den sogenannten Humanen epidermalen Wachstumsfaktor, "HER 2 neu" bzw. "ERB B 2" als Zielstruktur.
Herceptin besetzt diesen von außen. Lapatinib blockiert ihn im Innern der Tumorzelle.


  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Lapatinib - TEACH Studie
BeitragVerfasst: 16. Nov 2007 00:45 
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Das ist in etwa das, was ich auch geschrieben habe. Dennoch ist das Ergebnis der bisherigen Studien nach Auskunft meines Onkologen, dass der Progressionsaufschub bei Lapatinib nur sehr kurz ist, wenn Frauen auch Herceptin genommen haben und das bei Frauen, die Herceptin nicht genommen haben, noch nicht festgestellt werden konnte. Was auch immer das am Ende heißen wird.

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 Betreff des Beitrags: Re: Lapatinib - TEACH Studie
BeitragVerfasst: 16. Nov 2007 01:48 

Monika hat geschrieben:
und das bei Frauen, die Herceptin nicht genommen haben, noch nicht festgestellt werden konnte.

Ja. So weiß ich das auch. Deshalb gibt es die TEACH Studie.
Diese soll die Sicherheit und Effektivität von Lapatinib in der Behandlung von Patientinnen im Frühstadium zeigen, die eine adjuvante Therapie ohne Trastuzumab erhalten haben.


  
 
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