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 Betreff des Beitrags: Zusammenhänge zwischen BMI und den häufigsten Krebsarten
BeitragVerfasst: 20. Aug 2014 23:34 
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Zusammenhänge zwischen BMI und den häufigsten Krebsarten

Analyse eines vermeidbaren Risikofaktors für Malignitäten

Hintergrund
Ein hoher Body-Mass-Index (BMI) prädisponiert zwar einige lagespezifische Krebsarten, eine großangelegte, systematische und detaillierte sowie an mögliche Störvariablen angepasste Charakterisierung von Risikomustern über alle häufigen Krebsarten hinweg wurde bisher jedoch noch nicht durchgeführt. Das Ziel war die Untersuchung der Zusammenhänge zwischen dem BMI und den häufigsten lagespezifischen Krebsarten.

Methoden
Mithilfe von Primärversorgungsdaten mit BMI-Daten von Einzelpersonen aus der Clinical Practice Research Datalink Datenbank wurden Cox-Modelle so angepasst, dass die Zusammenhänge zwischen BMI und 22 der häufigsten Krebsarten, unter Anpassung möglicher Störvariablen, untersucht werden konnten. Zunächst wurden lineare und dann nicht-lineare (Spline-) Modelle angepasst. Anschließend wurden Effekt-Modifizierungen durch Geschlecht, klimakterischen Status, Rauchen und Alter untersucht, und die Populationseffekte wurden berechnet.

Ergebnisse
Die Untersuchung umfasste 5,24 Millionen Einzelpersonen; davon traten bei 166.955 Personen relevante Krebsarten auf. Bei 17 von 22 Krebsarten bestand ein Zusammenhang mit dem BMI, die Effekte unterschieden sich jedoch je nach Lage erheblich. Jeder Anstieg des BMI um 5 kg/m2 war annähernd linear mit Krebserkrankungen der Gebärmutter (Hazard-Ratio 1,62; 99%-KI 1,56-1,69; p<0,0001), der Gallenblase (1,31; 1,12-1,52; p<0,0001), der Nieren (1,25; 1,17-1,33; p<0,0001), des Gebärmutterhalses (1,10; 1,03-1,17; p=0,00035), der Schilddrüse (1,09; 1,00-1,19; p=0,0088) und mit Leukämie-Erkrankungen (1,09; 1,05-1,13; p≤0,0001) assoziiert.
Der BMI war insgesamt positiv mit Krebserkrankungen der Leber (1,19; 1,12-1,27), des Kolons (1,10; 1,07-1,13), der Eierstöcke (1,09; 1,04-1,14) und mit postmenopausalen Brustkrebserkrankungen (1,05; 1,03-1,07) (bei allen p<0,0001) assoziiert, aber diese Effekte variierten je nach zugrundeliegendem BMI bzw. nach Merkmalen auf individueller Ebene. Bei Prostata- als auch prämenopausalen Brustkrebsrisiken wurden inverse Assoziationen erwartet, sowohl insgesamt (Prostatakrebs 0,98; 0,95-1,00; prämenopausaler Brustkrebs 0,89; 0,86-0,92) als auch bei Nie-Rauchern (Prostatakrebs 0,96; 0,93-0,99; prämenopausaler Brustkrebs 0,89; 0,85-0,94). Im Gegensatz dazu konnte bei Lungen- und Mundhöhlenkrebs kein Zusammenhang bei Nie-Rauchern festgestellt werden (Lungenkrebs 0,99; 0,93-1,05; Mundhöhlenkrebs 1,07; 0,91-1,26): Inverse Assoziationen wurden insgesamt von aktuellen Rauchern und Ex-Rauchern beeinflusst, vermutlich aufgrund der übrigen Störvariablen durch die gerauchte Menge.
Bei Annahme einer Kausalität könnten 41 % der Krebserkrankungen der Gebärmutter und 10 % oder mehr der Krebserkrankungen der Gallenblase, der Nieren, der Leber und des Kolons auf übermäßiges Körpergewicht zurückzuführen sein. Es wird geschätzt, dass ein populationsweiter Anstieg des BMI um 1 kg/m2 jährlich 3790 zusätzliche Patienten im Vereinigten Königreich zur Folge hätte, die an einer der zehn mit dem BMI assoziierten Krebsarten erkranken.

Interpretation
Der BMI steht im Zusammenhang mit dem Krebsrisiko, mit erheblichen Effekten auf Populationsebene. Die Heterogenität der Effekte deutet darauf hin, dass verschiedene Mechanismen mit verschiedenen Krebsarten und verschiedenen Patienten-Untergruppen assoziiert sind.

(univadis/The Lancet, 19.08.2014)

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Herzliche Grüsse von Katarina

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