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AutorNachricht
 Betreff des Beitrags: Albtraum einer Sommernacht...
BeitragVerfasst: 14. Jul 2009 23:46 
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Ihr Lieben,

möglicherweise haben sich einige von euch schon gefragt, wo ich geblieben sein mag. Deshalb nur kurz die Ereignisse der letzten 10 Tage:

Mir war ja kurz nach der ersten Chemo während mehrerer Tage sterbensübel, zudem hatte ich starke Halsschmerzen (Schluckweh) bekommen. Das scheinen bekannte Nebenwirkungen von Epirubicin/Cyclophosphamid zu sein. Am vorletzten Samstagabend (04.07.) hatte ich dann zunächst erhöhte Temperatur, die sich rasch zu hohem Fieber entwickelte. Schliesslich mass ich 38,4°C ...

Ich meldete mich gegen 22:00 im Paracelsus-Spital in Richterswil (dort war ich operiert worden und gehe auch dahin für die Chemo), wie das Merkblatt empfiehlt. Man riet mir, unverzüglich auf der Notfallstation des nächstgelegenen Krankenhauses anzurufen und dorthin zu gehen. Ich wurde dort aber übelst abgewimmelt, obwohl ich mehrfach sagte, ich sei in Chemotherapie und hätte Fieber: "Rufen Sie in zwei Stunden nochmals an, wir haben jetzt dringendere Notfälle als ein bisschen Fieber!"

Ich war so wütend, dass ich wieder im Paracelsus-Spital anrief, die mich daraufhin sofort sehen wollten. Unterdessen hatte ich 39,2°C Fieber und fühlte mich scheusslich. Die Halsschmerzen wurden immer schlimmer, ich konnte kaum mehr schlucken und schon gar nicht mehr sprechen. Da ich meine Nachbarn - Bauern, die um 05:00 morgens wieder im Stall stehen und melken müssen - nicht mitten in der Nacht wecken wollte und mein Partner nicht zuhause war, fuhr ich bei Nacht und Regen selbst die knapp 45 km nach Richterswil. Ehrlich gesagt erinnere ich mich kaum an diese Fahrt, irgendwann war ich einfach dort.

Man nahm mir sofort Blut ab (zum Glück habe ich meinen Port!) - ich hatte sehr schlechte Blutwerte (Leukos 0,6/Neutros 0,03); mein Immunsystem war praktisch zusammengebrochen und meine Abwehrkräfte sozusagen gleich Null. Ich bekam unverzüglich ein Breitband-Antibiotikum über den Port. Die diensthabende Ärztin meinte noch, ich hätte die Nacht womöglich nicht überlebt, wenn ich zuhause geblieben wäre...

Die Hals-/Schluckbeschwerden rührten offenbar von einer schweren Mucositis her, die anscheinend häufig auftritt bei Chemotherapien. Die Schmerzen wurden unterträglich und ich bekam während einiger Tage Morphium i.V. - bis 40 mg/Tag. Es war mir zwar nicht wirklich bewusst, aber ich schwebte tagelang zwischen Leben und Tod und lag isoliert, um eine weitere Infektion zu vermeiden.

Glücklicherweise haben sich meine Blutwerte dank Antibiotika und umsichtiger Pflege innerhalb einer Woche wieder erholt. Dem Paracelsus-Spital möchte ich wirklich ein Kränzchen winden! Sie haben sich nicht nur medizinisch erstklassig um mich gekümmert, sondern sich auch bei der Direktion des anderen Spitals mit deutlichen Worten beschwert, weil man mich trotz akuter Lebens- resp. Todesgefahr abgewimmelt hatte. :!:

Offenbar ist eine so heftige Reaktion auf die erste Chemo selten. Ich habe auch - nach zwei Wochen! - bereits alle meine Haare verloren. Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht, und gibt es irgendetwas, das ich im Hinblick auf die zweite Chemo vorbeugend tun kann? Die Vorstellung, womöglich nochmals eine so starke Reaktion durchleiden zu müssen, ist gelinde gesagt ein Horror!

Obwohl die Dosis der ersten Chemo korrekt berechnet worden war, ist für den nächsten Zyklus eine um 20% verminderte Dosis und eine bessere Begleitmedikation (Ement) vorgesehen.

Unterdessen ist mir klar, dass die Nebenwirkungen einer Chemotherapie nicht zu unterschätzen sind! Ich hätte mich viel früher im Spital melden müssen (in Zukunft werde ich das auch tun!) ... aber das fällt eben schwer, wenn man von Kindesbeinen an daran gewöhnt ist, tapfer sein und die Zähne zusammenbeissen zu müssen. Auch hier wird mich mein Krebs wohl noch etliches lehren! :idea:

Danke für euer Mitlesen, Mitfühlen und Mittragen! Es tut so gut, mich mit Gleichbetroffenen austauschen zu können und mich verstanden zu wissen!

Herzliche Grüsse,

Katarina

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Herzliche Grüsse von Katarina

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 Betreff des Beitrags: Re: Albtraum einer Sommernacht...
BeitragVerfasst: 15. Jul 2009 00:06 

Hallo Katarina,

auch Du meine Güte, was Du alles durchgemacht hast!!!
Das tut mir schrecklich leid, denn Du musst ja heftig gelitten haben. Umso schöner, dass Du jetzt wieder ganz ok. zu sein scheinst. Ich kann mir vorstellen, dass Du vor der nächsten Chemo nun große Ängste hast, was ja mehr als verständlich ist.

Leider kann ich Dir keinen Ratschlag zur Vorbereitung auf die nächste Chemo geben.
Ich möchte Dir aber für die nächste Chemo und für alle weiteren wünschen, dass diese besser verlaufen.

Toi toi toi und alles Gute wünscht Dir
sunshine


  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Albtraum einer Sommernacht...
BeitragVerfasst: 15. Jul 2009 00:09 

Oh je, Katarina, da hat's dich aber voll erwischt. Das tut mir echt leid! x056x

Nebenwirkungen hatte ich auch während der Chemo, doch im Vergleich zu dir, ging das alles glimpflich ab.
Ab der 2. Chemo bekam ich Emend und die Übelkeit lies deutlich nach.
Ich kann verstehen, wenn du nun vor deiner 2. Chemo ordentliches Magensausen hast. Vielleicht gibt es die Möglichkeit, dass du für eine Nacht stationär bleibst, so kannst du gut überwacht werden und wüßtest deine Ärzte gleich um dich.

Alles Liebe
Astrid


  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Albtraum einer Sommernacht...
BeitragVerfasst: 15. Jul 2009 01:02 
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au weia. das klingt ganz schlimm und tut mir sehr sehr leid für dich. mir wird ganz anders, wenn ich mir vorstelle, wie du da mutterseelenalleine mit dem auto durch nacht und regen fährst.

ich hatte nach der zweiten chemo ebenfalls fieber und bin ins spital - war aber glücklicherweise dann doch "nichts", ich durfte wieder heim.
in einer sache kann ich dich ermutigen: ich hatte auch probleme mit der übelkeit und dem erbrechen, bekam dann auch Emend - und, was soll ich sagen: keine spur mehr von übelkeit, kein einziges mal erbrechen!

ich wünsche dir, dass ALLE kommenden chemos leicht zu packen sind - du hast wirklich genug mitgemacht!

alles liebe
suzie

_________________
ich suche nicht des lebens sinn, weil ich dieser selber bin (ilse kilic)


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 Betreff des Beitrags: Re: Albtraum einer Sommernacht...
BeitragVerfasst: 15. Jul 2009 01:34 

Hallo Katarina,
das kommt mir ja gemein bekannt vor. Nach meiner ersten Chemo habe ich auch mit Fieber und 340 leukos eine Woche in Umkehrisolation verbracht :(
Ich habe zwar neulasta bekommen, das aber zum falschen Zeitpunkt, so dass an bestimmten Tagen ein "Leukoloch" entstanden ist. Ich habe Neulasta an Tag 2 bekommen, wahrscheinlich besser ist Tag 4.

So etwas erleben zu müssen, ist mit Horror wirklich gut zu beschreiben :( Ich drücke dir die Daumen, dass die nächste mit der verminderten Dosis dir zumindest etwas besser bekommt. Lass dir im Spital unbedingt ein paar Mundschutze mitgeben, damit du wenigstens an den schlimmsten Tagen etwas Sicherheit hast, wenn du rausgehst. Meine Doc sagte damals zu mir: Menschenmassen und kleine Kinder meiden, das sind wahre Bazillenmutterschiffe.


  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Albtraum einer Sommernacht...
BeitragVerfasst: 15. Jul 2009 07:20 

Hallo Katharina,

bin ich froh zu hören, dass Du es sozusagen heil überstanden hast.

Schade nur, dass solche Negativerfahrungen prägen und die Sorgen wachsen könnten.

Wie Du siehst, hat jede Medaille 2 Seiten. Diese Situation, so heftig sie war (stelle mir gerade vor, wie Du mit Fieber Auto gefahren bist!) hat Dich, wie Du zum Schluss schreibst auch gelehrt, frühzeitig auf Dich zu achten.
Eben nicht auszuhalten und es zu lassen, "tapfer" zu sein.

Du hast das wirklich gut gemacht. Dich durchgesetzt, und Deine Schutzengel haben gut auf Dich aufgepasst.

Sie sind weiterhin bei Dir und begleiten Dich.

Meine besten Wünsche auf so wenig NW's, wie möglich!!!!!!!!!!!

Liebe Grüße
Ute


  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Albtraum einer Sommernacht...
BeitragVerfasst: 15. Jul 2009 07:29 
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Hallo Katharina,

oh je, da hat es Dich ja echt erwischt. Ich hatte bei der 1. Chemo auch bis 40 Fieber und starken Husten, im Krankenhaus war ich nicht, da mein Onkologe Bedenken hatte, dass ich mir da noch mehr einfange (zu der Zeit war hier gerade ein Durchfallvirus unterwegs). Also habe ich hochdosiert AB bekommen und mein HA hat mich zu Hause überwacht.
Ich hatte dieses Fieber nur beim 1. Mal und danach nicht wieder, mein Onko meinte es komme häufiger vor, dass man bereits eine Infektion hat und diese durch die Chemo die Möglichkeit hat richtig auszubrechen. Vielleicht ist es bei Dir auch so und beim nächsten Mal hast Du kein Fieber, ich drücke Dir die Daumen. Auf jeden Fall solltest Du Menschenansammlungen während der Chemozeit meiden, wenn Du zum Hausarzt mußt, achte darauf, dass Du nicht im Wartezimmer warten mußt, sondern in einem anderen Raum.

Zur Verbesserung der "Leukos" gab' es von meinen Onko bei jeder Chemo am 4. Tag Neupopeg, außerdem mußte ich begleitend bei jeder Chemo 7 Tage AB nehmen und 5 Tage Cortison.

Ich drücke Dir die Daumen, dass Du die 2. Chemo besser verträgst.

LG Ilona

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Die Gans erwacht im grauen Forst
erstaunt in einem Adlerhorst.
Sie blickt sich um und denkt betroffen
Mein lieber Schwan, war ich besoffen!
(H. Erhardt)


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 Betreff des Beitrags: Re: Albtraum einer Sommernacht...
BeitragVerfasst: 15. Jul 2009 08:25 

Ein Glück dass du diese schlimme Sache nun doch scheinbar ganz gut überstanden hast. Deine Befürchtung dass es noch einmal so schlimm kommen könnte kann ich gut verstehen. Und auch ich reihe mich ein bei denen die ähnliche Erfahrungen gemacht haben- bei mir war es allerdings erst nach der letzten Chemo so weit. Ich kam am Tag nach Neujahr mit Schüttelrost und hohem Fieber (Lungenentzündung durch die Chemo) ins Krankenhaus und dort für eine Woche in Umkehrisolierung.
Mir wurde schon vor der ersten Chemo gesagt, dass ich mich bei solchen Beschwerden auf keinen Fall an den Notarzt oder ein anderes Krankenhaus wenden sollte, immer wieder wurde uns gesagt dass wir auf der zuständigen Station im Krankenhaus bei Tag und Nacht anrufen könnten und es wurde dringend geraten mit dem Taxi zu fahren- die Krankenkasse zahlt das.
Zum Haarausfall- meine Haare begannen sich genau 2 Wochen nach der 1. Chemo zu verabschieden, eine Woche später am Tag nach der 2. lag dann der größte Teil der verbliebenen Haare morgens in der Dusche.......
Wie du habe ich auch während der Chemo gedacht weiter stark sein zu müssen, hatte Problem damit "mich fallen zu lassen" so wäre es mir vermutlich besser gegangen wenn ich schon mehr als eine Woche früher ins Krankenhaus gegangen wäre...aber da war Weihnachten....
Jedenfalls wünsche ich dir nun alles Gute , du wirst bestimmt nun noch besser überwacht und versorgt- deine schlimmen Erfahrungen werden sich wohl nicht noch einmal wiederholen


  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Albtraum einer Sommernacht...
BeitragVerfasst: 15. Jul 2009 08:46 
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Mensch Katharina :???: ein wirklicher Alptraum, an dessen Anfang du ganz allein durch musstest xd060x furchtbar, wenn man angst, hilfsbedürftig ist und dann auch noch abgewiesen wird x009x :| Ich bin froh, das du wieder da bist xf15x

Deine Chemostation wird nun auf dich achten, für die 2. Chemo wirst du sicher mehr Kontrollen haben (Blutbild) und wahrscheinlich das hier schon erwähnte Neulasta, oder ähnliches Präparat erhalten, damit du nicht so tief "fällst."

Die Frage zu dem Haarausfall.... ganz normal, meist fallen sie am 12-14 Tag nach der ersten Chemo. Meine waren am Tag 13 fällig.

Erhole dich gut und liebe Grüße

Regina

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„Nicht den Tod sollte man fürchten, sondern daß man nie beginnen wird, zu leben.“

Marcus Aurelius

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 Betreff des Beitrags: Re: Albtraum einer Sommernacht...
BeitragVerfasst: 16. Jul 2009 00:08 

HuHu
Mensch ich bin ganz erschrocken und betroffen. Da hast Du aber was durchmachen müssen. Bin geschockt von dem Kh in deine Nähe. Geht ja garnicht sowas.
Ich wünsche Dir sehr, das die nächsten Chemos und alles was damit zusammenhängt besser läuft.
Auch ich bin froh...das Du wieder DA bist!!!!!!!!!!
Lg, Doris


  
 
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