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AutorNachricht
 Betreff des Beitrags: Re: psyche und nerven in der zeit nach der behandlung
BeitragVerfasst: 31. Aug 2009 20:27 

Ihr Lieben,
es ist schön, dass ich nicht so ganz alleine bin mit meinen Gefühlen, die ich so wenig wie ihr genau erklären kann. :???:

Jetzt geht es wohl ans "Eingemachte"...Ich hatte kurz vor der Bestrahlung eine Mail geschrieben an viele Freunde und Verwandte. Nach der Idee aus dem Buch
Der Feind in meiner Brust

das ist nun schon einige Wochen her, und die Reaktionen sind sehr unterschiedlich. Meine Familie hat überhaupt nicht reagiert, bis auf meinen Anruf heute abend - Du schreibst ja lieber mails, als anzurufen!..
Liebe Menschen, die ich kaum kenne, haben so lieb und einfühlsam reagiert, dass mir fast die Tränen kamen.
Aber ich werde mich wohl für meine mail und meine Krankheit und auch nicht für meine Durchhänger entschuldigen! Entweder sie verstehen ihre Schwester, Tochter, Mutter - was auch immer ich bin, oder sie sollen es bleiben lassen.
Ist das zu hart?
Im Moment fühle ich; NEIN! Jetzt bin ich dran, und wenn das meine eigene Familie nicht einsieht, und aus der mail erkennt, dann habe ich die falsche Familie.

Zum große Glück habe ich einen Mann an meiner Seite, dar das alles mit teilt und mir dabei hilft auch so etwas durchzustehen. Sonst hätte ich schon oft gedacht ich ticke nicht ganz richtig oder bin.. "undankbar".
Und zum Glück habe ich auch tolle Menschen wie ihr hier, dir mir immer wieder die Kraft geben, weiter zu machen und wenn es jeden Tag eine andere Wegstrecke ist.
Danke euch!!! x039x

LG
Ingrid


  
 
 Betreff des Beitrags: Re: psyche und nerven in der zeit nach der behandlung
BeitragVerfasst: 31. Aug 2009 21:27 

liebe ingrid ,
ich denke daß das was du gerade durchmachst und auch viele andere auch eine totale ausnahme situation ist ....
keiner weiß wie es dir geht wenn er/sie es selber nicht erlebt hat
du machst die dinge so wie du sie für richtig hälst nichts weiter
und wenn es für dich in dem moment wichtig ist es durch eine email mitzuteilen, egal wem dann ist das für dich die richtige und stimmige art und weise , wer damit ein problem hat muss es halt für sich lösen und kann sich darüber gedanken machen
aber dich sollte es nicht jucken , da gibt es im moment wichtigeres, dein leben ! und dir selbst das best mögliche gefühl zu geben , wir können uns nicht mehr um die befindlichkeit anderer leute kümmern ...geht ja eh nicht es jedem recht machen
schau, manche leute wollen es sogar niemanden sagen und andere jedem ist doch alles ok . und nichts ist besser oder schlechter , wir machen eben das womit wir uns stimmig und wohl fühlen .
und weißt du was ? die anderen werden schon damit klar kommen und wenn nicht ist es ihr pech ao66
lass es dir gut gehen
big hug
arte2009


  
 
 Betreff des Beitrags: Re: psyche und nerven in der zeit nach der behandlung
BeitragVerfasst: 31. Aug 2009 23:05 

arte2009 hat geschrieben:
lund weißt du was ? die anderen werden schon damit klar kommen und wenn nicht ist es ihr pech ao66
lass es dir gut gehen
big hug
arte2009

jau, das kann ich so voll unterschreiben.

Was ich ja auch sehr bemerkenswert finde ist die Sprechweise in USA: breastcancer- survivor - Überlebende. Diese Wortwahl macht die Ausnahmesituation sehr viel deutlicher und sie macht Außenstehenden wesentlich klarer wie es um uns steht: wir kämpfen um unser Leben! Dass da der Fokus auf uns selbst rückt und uns "die anderen" erst mal egal sind, ist bei dieser Wortwahl logisch. Das sollten wir nie aus den Augen verlieren!

Katarina: danke für deinen schönen Beitrag xf15x


  
 
 Betreff des Beitrags: Re: psyche und nerven in der zeit nach der behandlung
BeitragVerfasst: 31. Aug 2009 23:17 
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Zitat:
breastcancer- survivor - Überlebende
ja richi, das fiel mir auch auf.

ich sah auch, dass du in deiner HP geändert hast von ich habe krebs zu ich hatte krebs.
auch ich sage "ich hatte BK".

aber wenn die ängste zuschlagen, dann kriegt man auch als survivor angst, denn "nichts ist für immer".

ich wünsche uns allen glück und dass wir auf uns schauen und die anderen die anderen sein lassen...

alles liebe
suzie


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 Betreff des Beitrags: Re: psyche und nerven in der zeit nach der behandlung
BeitragVerfasst: 1. Sep 2009 00:06 

suze2 hat geschrieben:

ich sah auch, dass du in deiner HP geändert hast von ich habe krebs zu ich hatte krebs.
auch ich sage "ich hatte BK".

ups, ich werde beobachtet :wink:
ja, das war mir irgendwie wichtig, allein weil ich den ganzen SDMKK einfach hinter mich lassen will. Nicht, dass ich ihn nicht mehr beachtete, ich gucke schon. Nicht, dass ich wieder unvorbereitet bin, falls er mich nochmal anspringt.
suze2 hat geschrieben:
ich wünsche uns allen glück und dass wir auf uns schauen und die anderen die anderen sein lassen...

Genau. Das hast du wieder mal schön gesagt. :)


  
 
 Betreff des Beitrags: Re: psyche und nerven in der zeit nach der behandlung
BeitragVerfasst: 1. Sep 2009 15:07 
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Zitat:
ups, ich werde beobachtet
ja, allerdings! :mrgreen:

äh, wie machst du das:
Zitat:
Nicht, dass ich ihn nicht mehr beachtete, ich gucke schon.
ich mache dabei immer in die hose.

alles liebe
suzie


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 Betreff des Beitrags: Re: psyche und nerven in der zeit nach der behandlung
BeitragVerfasst: 1. Sep 2009 17:41 

gute Frage, die ich so direkt gar nicht richtig beantworten kann...
Irgendwie habe ich tief im Innern eine Gewissheit, dass momentan nichts in mir ist was da nicht hingehört. Wo ich die hernehme weiß ich auch nicht so genau. Es wird wohl eine Mischung sein aus der Annahme, dass ich meiner Mutter nacheifere, die nach Ihrer Erstbehandlung auch etliche Jahre frei war von allem Mist und diversen gut-Zurede-Taktiken. Ich erinnere mich noch gut an eine Aussage meiner Chemo- Ärztin, als wir uns für eine Chemo entschieden. Sie sagte "es kann gut sein, dass wir jetzt mit Kanonen auf Spatzen schießen, aber so können wir sicher gehen, dass nichts übrigbleibt. Damals habe ich mir diese Kanone bildlich vorgestellt wie sie meinen SD vernichtend schlägt und dieses Bild habe ich nie vergessen. Dieses Jahr in der Reha habe im Psychologie- Teil gelernt, dass solche Bilder und deren Verinnerlichung sehr zum heilungserfolg beitragen. Auch das habe ich mir gut gemerkt. Und jedes Mal, wenn ich von einer Nachsorge wiederkomme, mache ich ein dickes Tschakka in meinen gedanklichen Kalender so nach dem Motto "ich habs doch gewusst" Diese ganzen Puzzleteilchen zusammen ergeben bei mir eine gewisse Gelassenheit, mit der ich sehr gut leben kann. Alles, was irgendwie positiv ist, wird irgendwie aufgesogen.

Das hält mich aber nicht davon ab, ein neues Muttermal komisch zu beäugen und bei Kopfschmerzen darauf zu lauern, dass es wirklich nur Kopfschmerzen wie Nebenwirkungen vom Tam sind. Ich bleibe wachsam, weiß aber dass ich nicht gleich in Panik verfallen muss wenn irgend etwas ungewöhnliches auftaucht. Nicht zuletzt deshalb, weil ich genau weiß, dass das wieder Stress für meinen Körper bedeutet und Stress will ich eigentlich nicht mehr, das tut mir nicht gut.

Hilft dir das weiter?


  
 
 Betreff des Beitrags: Re: psyche und nerven in der zeit nach der behandlung
BeitragVerfasst: 1. Sep 2009 19:07 

Nun will auch ich Euch mitteilen, wie ich mit der Situation umgehe:

Nachdem ich wirklich lange Zeit furchtbare Ängste hatte, anfangs dachte, ob ich wohl irgendwann wieder mal unbeschwert lachen könnte, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass das so kein lebenswertes Leben ist.

Ich habe mir ganz bewusst immer wieder vor Augen gehalten: jetzt geht es mir gut, jetzt lebe ich.
Was ist, wenn ich einen Rückfall habe, darüber mache ich mir jetzt keine Gedanken.
Es reicht aus, wenn ich mir die Gedanken mache, wenn ich tatsächlich einen Rückfall habe.
Wenn sich meine Gedanken ständig um einen evtl. Rückfall drehen und dem, was dann sein könnte,
dann ist mein Leben schon jetzt nicht mehr lebenswert. Aber ich will jetzt leben.
Und deshalb genieße ich jetzt und lebe jetzt.

Es ist doch irgendwie ähnlich wie mit der Eifersucht: Mein Mann musste jahrelang sehr viel auf Lehrgänge. Er war damals jung und attraktiv (heute ist er nur noch attraktiv 8-) ). Ich bin die erste Zeit bald durchgedreht, wenn er weg war, habe mir Gedanken gemacht, was ist, wenn ....
Aber irgendwann habe ich mir das dann so zurecht gelegt: Wenn er fremd gehen will, dann tut er es, egal ob ich ihm hinterherspioniere oder mich verrückt mache. Ich kann nichts daran ändern.
Aber warum soll ich mich jetzt verrückt machen? Mein Leben würde schon genug aus den Fugen geraten, wenn ich irgendwann erfahren würde, dass er fremd gegangen ist. Also, jetzt mache ich mich deswegen nicht verrückt.

Und so ist es mit einem Rückfall: Wenn er kommt, dann kommt er, ob wir uns vorher verrückt machen oder nicht. Aber die Zeit, in der es uns gut geht, die sollten wir in vollen Zügen genießen!!!
Und wenn kein Rückfall kommt, na umso besser - dann genießen wir nur noch.

Ich weiß nicht, ob Ihr versteht, wie ich das meine. Vielleicht habe ich mich etwas umständlich ausgedrückt. Wenn ja, dann seht es mir bitte nach; bin z.Z. im Urlaub a050

Zitat:
Das hält mich aber nicht davon ab, ein neues Muttermal komisch zu beäugen und bei Kopfschmerzen darauf zu lauern, dass es wirklich nur Kopfschmerzen wie Nebenwirkungen vom Tam sind.


Und ich habe ja selbst schon erlebt, dass ich ein Rezidiv hatte und habe erlebt, dass ich dann wieder in totale Panik verfallen bin. Aber ich denke, das ist ganz normal, das würde auch jede bis dahin Gesunde auch.

Ich grüße Euch alle aus unserem wunderschönen Wanderurlaub in Österreich x039x
sunshine


  
 
 Betreff des Beitrags: Re: psyche und nerven in der zeit nach der behandlung
BeitragVerfasst: 2. Sep 2009 11:31 
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Beiträge: 4209
Wohnort: Wien
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hallo richi, hallo sunshine, hallo an alle,

ja also, richi, danke für deine darstellung. deine einstellung klingt wirklich super vernünftig und entspannt.
dieses innere gefühl, dass alles okay ist, ist sicher eine große hilfe. du klingt sehr lebensfroh. ich denke mir gerade, dass das stricken auch eine gute hilfe ist, einfach das gefühl, unter den eigenen händen etwas schönes entstehen zu sehen.

ja, es interessiert mich, wie ihr anderen im alltag mit angst und sorge umgeht...

sunshine, ich musste über den vergleich mit der eifersucht schmunzeln. eifersucht kenne ich kaum, aber ich weiß, was du meinst, mit den gedanken, die man sich macht, quasi vorauseilend.

mir geht es so, dass die angst ein kleines haustier geworden ist. sie kann sich ganz still in ecken legen und schlummern, aber ich weiß, sie ist da.
allerdings bin ich offenbar ein angsthase, denn, naja, das haustier angst war immer da, nur hat es früher öfter geschlummert.
zb., wenn sich mein gefährte verspätet hatte, kam ich gar nicht auf die idee mit der eifersucht, sondern mir fiel immer gleich ein, dass was passiert sein könnte - ist bestimmt ein "kleiner huscher" aus meiner kindheit, wo ja solche sachen passiert sind.
die kleine haustier-angst ist mir FAST egal, zumal sie ihren platz mittlerweile in einem fest versperrten kasten hat (danke kathi für den tipp) -
natürlich rumpelts bei jedem zwickerlein im kasten - muttermal, irgendeine unregelmäßigkeit des befindens...

lachen kann ich und lebenswert ist mein leben auch, bin froh, dass es so ist.


liebe grüße, schönen urlaub sunshine, die kuh schaut nett aus. ich fahr übermorgen auf urlaub, kreta. melde mich vorher noch.

postbussi
euer eselchen

_________________
ich suche nicht des lebens sinn, weil ich dieser selber bin (ilse kilic)


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 Betreff des Beitrags: Re: psyche und nerven in der zeit nach der behandlung
BeitragVerfasst: 2. Sep 2009 12:29 

liebe sunshine
ich sehe das genau so , alles andere bringt ja wirklich nichts und hast es treffend beschrieben
übrigens schöne fotos!
wünsche euch weiterhin einen schönen urlaub
liebe grüße
arte2009 x039x


  
 
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