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AutorNachricht
 Betreff des Beitrags: Re: psyche und nerven in der zeit nach der behandlung
BeitragVerfasst: 20. Jul 2009 08:39 

liebe suzie, liebe kathi,
danke für die antworten
ja meine stimmungen können momentan auch sehr schwanken
früher hab ich mich immer bemüht sehr konstant zu sein , ohne große gefühlausbrüche und schwankungen
derzeit ist das nicht mehr möglich lol
es ist wie es ist und es ist gut so ao76
obwohl es manchmal sehr anstrengen sein kann
wenn ich mich über etwas aufrege dann dauert es relativ lange bis ich mich wieder beruhigt hab ... :shock:
lieben gruß
arte2009


  
 
 Betreff des Beitrags: Re: psyche und nerven in der zeit nach der behandlung
BeitragVerfasst: 20. Jul 2009 10:40 
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Ich bin erheblich gelassener als vor der OP. Früher habe ich mich über vieles aufgeregt, habe mich auch gerne an vielen Diskussionen beteiligt, geglaubt die Welt verbessern zu müssen. Heute weiß ich, es geht ohne mich genauso gut oder schlecht- also halte ich mich zurück.
Das hat aber auch zur Folge dass ich mich immer mal ausblende wenn es unharmonisch werden könnte, halte dann Distanz und den Mund........
Unfrieden in meiner Familie haut mich ziemlich um am liebsten hätte ich da Friede, Freude und Ruhe.

_________________
Liebe Grüße Lena


Die Hoffnung ist der Regenbogen über
dem herabstürzenden Bach des Lebens.{Friedrich Wilhelm Nietzsche}


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 Betreff des Beitrags: Re: psyche und nerven in der zeit nach der behandlung
BeitragVerfasst: 20. Jul 2009 10:43 

ja ich glaube das werde ich auch in zukunft so machen,
man merkt ja wenn man anfängt sich aufzuregen , dann ist es besser sich bischen zu distanzieren
zu viel aufregeung ist ja auch nicht gut ... :roll:


  
 
 Betreff des Beitrags: Re: psyche und nerven in der zeit nach der behandlung
BeitragVerfasst: 10. Aug 2009 18:12 

Hallo Arte,
schön zu lesen, dass es auch anderen so geht. Nicht genau zu erklären, aber irgendwie anders..
Gibt es nicht in irgend einem schlauen Buch die Erklärung zu Krebs: Menschen die sich selbst nicht abgrenzen können, denen das Nein-Sagen sehr schwer fällt...
Finden wir uns da wieder?
Ich stelle auch fest, dass mir im Moment schneller mal die Tränen laufen. Auch dass ich einige Dinge nicht mehr so wichtig nehme, dafür andere mich enorm aufregen. Das Wissen darum, dass unser Leben "endlich" ist, scheint vieles in einem anderen Licht zu beleuchten. Diese Einstellung bemerkte ich schon kurz nach der Diagnose - also in einem Stadium, wo noch nicht zu sehen war, nichts weh tat.
Heute merke ich ganz stark, wer es mit mir ernst meint, oder nur die lustige, nette, hilfsbereite Entertainerin meinte. Hat leider auch zur Folge, dass mein Freundeskreis voll sehr wenig auf fast null geschrumpft ist.
Auch meine eigene Familie, allen voran meine Mutter gehört zu den Leuten, die meine Krankheit nicht wirklich schlimm finden ---- das finde ich nun besonders schlimm... :roll:

Wir sollten die Chance nutzen und sehen, wohin dieses anders fühlen treibt!

Liebe Grüße
Ingrid


  
 
 Betreff des Beitrags: Re: psyche und nerven in der zeit nach der behandlung
BeitragVerfasst: 30. Aug 2009 16:52 

hallo arte 2009
und auch den anderen ein liebes hallo
es ist schon erstaunlich, dass es allen so ähnlich geht wir mir
jeder hat ein stück geschildert, wie auch bei mir eine veränderung von statten ging, geht
was auf jeden fall stimmt...trotz aller ängste..
ich bin frecher und aber auch selbstbewusster geworden, dann auch wiederum gelassener
teils nerve ich auch andere, ich schieb das mal auf stimmungsschwankungen von der AHT, die WJ haben mich voll und plötzlich erwischt
leute, die mich nerven (und hier stimmt auch bei mir, das nerven-kostüm ist zur zeit dünner) , die meide ich
gut kind ist bei mir vorbei, und sich verbiegen und anpassen auch, wenns mir schadet
wie auch eine meiner vorgängerinnen geschildert hat, mein arzt (hausarzt) hat festgestellt, dass ich reifer geworden bin.....
auch ich bin mir der endlichkeit meines lebens bewusst, auch dass ich ersetzbar bin...
das macht mich traurig, aber ich muss das annehmen
aber in manchen stunden bin ich ein jammerlappen...warum ich? was haste falsch gemacht?
unbeantwortbar und vermutlich ein dummer gedanke
ich bin erst am anfang meines weges mit bk
schön, dass es hier im forum so produktiven erfahrungsaustausch gibt
bis bald
lynn


  
 
 Betreff des Beitrags: Re: psyche und nerven in der zeit nach der behandlung
BeitragVerfasst: 30. Aug 2009 20:54 

liebe ingrid, liebe lynn
ich habe gerade euren beitrag zum thema gelesen
ich kann nur sagen wir empfinden das wirklich sehr ähnlich alle hier
und es tut so gut zu sehen, ja, man ist nicht alleine!!
das find ich auch so toll hier ...
danke an alle
arte2009 ao81


  
 
 Betreff des Beitrags: Re: psyche und nerven in der zeit nach der behandlung
BeitragVerfasst: 30. Aug 2009 21:13 
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Ihr Lieben anderen hier -

es stimmt auch für mich, ich bin auch dünnhäutiger geworden. Einerseits. Aber andererseits lasse ich mir auch kaum mehr etwas gefallen. Ich hatte letzthin mal vergessen, mein Behindertenschild hinter die Windschutzscheibe meines Autos zu legen, als ich auf einem Behindertenparkplatz parkte. Der Frau, die mich daraufhin anquakte und meinte, ich sei ja gar nicht behindert (ich trug eine Perücke), beschied ich, sie solle einfach froh sein, keinen kaputten Rücken und keinen Krebs zu haben ... und die Klappe halten.

Klar, sie konnte es nicht wissen, und es gibt ja genug Autofahrer, die aus reiner Bequemlichkeit auf den für Behinderte reservierten Plätzen parken. Vielleicht war ich ein wenig harsch; aber sie hätte mich ja auch auf mein Versäumnis aufmerksam machen oder einfach fragen können. Jedenfalls war ich ordentlich wütend... :???:

Zitat:
aber in manchen stunden bin ich ein jammerlappen...warum ich? was haste falsch gemacht?


Liebe Lynn - die Frage ist falsch gestellt und führt zu gar nichts! Brustkrebs trifft so viele - warum sollte es ausgerechnet mich nicht treffen? Oder dich?

Meine Gynäkologin erzählte mir, dass vor 30 Jahren etwa jede 23. Frau von Brustkrebs betroffen war, vor 15 Jahren jede 12. und heutzutage jede 7. bis 8. Das sind 12,5%! Und diese Krankheit sei weiter im Zunehmen begriffen; eine Ursache dafür lasse sich nicht eindeutig erkennen.

Ich weiss natürlich auch nicht, warum das so ist (sonst würde ich wohl demnächst für den Nobel-Preis vorgeschlagen); ich denke mir einfach, es könnte mit unserer Lebensweise zusammenhängen. Damit meine ich nicht die individuelle Lebensweise, sondern die ganze Hektik der Arbeitswelt, die alles andere als menschengerecht und schon gar nicht menschenfreundlich ist. Eine Zeit, in der junge Frauen als Hobby "Shoppen" nennen, kann einfach nicht gesund sein! In einer Zeit, in der junge Männer es als Zeitvertreib betrachten, willkürlich irgendjemanden spitalreif zu prügeln, muss Mitgefühl verkümmern.

Das atemlose Streben nach materiellem Erfolg macht Menschen krank. Und zwar auch jene Menschen, die dieser gnadenlosen Jagd nach "noch mehr, noch besser, noch schöner" nur mehr oder weniger verständnislos zuschauen. Man kann sich als denkender und fühlender Mensch dieser allgemeinen Atmosphäre nicht einfach entziehen, indem man sich weigert, dabei mitzumachen. Die Gier ist gewissermassen in der Luft, die wir atmen, im Wasser, das wir trinken. Auf die Bedingungen der Nahrungsmittelproduktion möchte ich hier nicht auch noch eingehen, aber auch da ist das Streben nach "immer noch mehr und noch billiger" bestimmt nicht gesundheitsfördernd.

Ich habe manchmal den leisen Verdacht, dass die Natur sich vielleicht auch gegen die Überbevölkerung wehrt (im Tierreich ist es z.B. so, dass bei Überpopulation entweder Seuchen oder Kannibalismus auftreten kann...). Ganz pragmatisch betrachtet ist es doch so, dass die Natur problemlos auf den Menschen verzichten kann; aber umgekehrt geht das nicht...

Vielleicht ist das gehäufte (Wieder-)Auftreten von Krankheiten wie Pest (Indien) und Cholera (Afrika), Aids und Krebs auch die Quittung für das rücksichtslose Verhalten des Homo sapiens (sic!) gegenüber der Natur. Vielleicht sind die zunehmend gegen Antibiotika resistenten Keime die Antwort auf unseren Leichtsinn und unsere Wissenschaftsgläubigkeit. Ich weiss es nicht! Aber ich denke mir so einiges.

Eines jedoch glaube ich zu wissen: Brustkrebs ist keine Strafe für irgend ein persönliches Fehlverhalten in der Vergangenheit!

Und: Eine BK-Erkrankung kann nicht nur unser eigenes Leben entscheidend verändern, sondern auch das unserer Familie, Freund/innen, Nachbarschaft usw. Krebs zwingt uns und unsere Nächsten im besten Fall dazu, innezuhalten und uns zu überlegen, was wir mit dem Rest unseres Lebens anfangen wollen. Dinge, die uns früher wichtig waren, verlieren nach der Diagnose plötzlich an Bedeutung, und wir besinnen uns auf Werte wie Liebe, Treue, Fürsorglichkeit, Verantwortung. Wir fragen nach dem Sinn dieser Krankheit und des Lebens. Und möglicherweise ist genau das der Sinn davon!

Natürlich leiden wir, natürlich haben wir Angst und fühlen uns aufgrund der Nebenwirkungen von OPs und Chemo/Bestrahlungen scheusslich. Natürlich wollen wir gesund werden, und viele von uns werden das auch. Wenn wir denn schon betroffen sind von dieser Krankheit, sollten wir versuchen, diese Tatsache für etwas Gutes zu nutzen, für uns persönlich und unsere Lieben. Indem wir nicht Krankheit und Tod über unser Leben bestimmen lassen, sondern Mut und Zuversicht. Indem wir uns nicht unterkriegen lassen. Indem wir uns unseren Lebensthemen stellen. Sobald wir wieder genug Kraft haben dazu...

Am Mittwoch bekomme ich meine vierte Chemo. Kann sein, dass ich dann wieder ein Häufchen Elend bin und heule und klage. Aber ich schwör's: Sobald ich wieder kann, stehe ich auf und werde aus der ganzen Scheisse das Beste herauszuholen versuchen für mich selbst, meinen Liebsten, meine Kinder!

Ich bin dankbar für dieses Forum, für eure Anteilnahme und eure Diskussionsfähigkeit! Seid herzlich umarmt!

Mit nachdenklichen Grüssen,

Katarina

_________________
Herzliche Grüsse von Katarina

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 Betreff des Beitrags: Re: psyche und nerven in der zeit nach der behandlung
BeitragVerfasst: 30. Aug 2009 21:51 

Liebe Katarina,
das hast du wunderbar geschrieben !!!
ich drücke dir die daumen für mittwoch !!!!!!!!( ich hatte meine chemos auch immer mi.)
und deine reaktion mit dem behindertenausweis ist einfach cool! xp025x ich musste richtig lachen beim lesen !
lieben gruß
arte2009


  
 
 Betreff des Beitrags: Re: psyche und nerven in der zeit nach der behandlung
BeitragVerfasst: 30. Aug 2009 22:28 
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liebe katarina,
du hast ja sooo recht - BK ist KEINE strafe,
die frage "warum" ist ja auch eher, wie soll ich sagn "impulsiv" und natürlich "weiß" man, nein, diese frage ist unbeantwortbar (ich zitiere dich, lynn, in deinem hoffnungsvollen GRÜN!)
und sie ist sinnlos und traurig.
vielleicht steht auch ein bisschen der wunsch hinter solch einer frage, dass es "GRÜNDE" gibt und das schicksal nicht ganz blind ist. manchmal hat man aber großes glück im leben - ich hatte mal einen unfall und mir ist fast nix passiert - da muss ich einen schutzengel gehabt haben, da gibt es natürlich auch kein "warum".

dass "die natur zurückschlägt", wie es greenpeace mal formulierte, ja, das ist möglich.
ich glaube, die natur meint nicht die überbevölkerung, sondern das, wie wir uns aufführen auf dem planeten und dass wir glauben, etwas anderes, besseres zu sein als NATUR.
dass es oft die trifft, die am wenigsten "dafürkönnen", ist eine andere sache, ja.

ich wünsche uns, dass wir das beste draus machen, aus dem, was uns passiert ist. genau wie du es schreibst, katarina, für uns und unsere lieben.
ob es einen sinn des lebens gibt?

ich sag mal:
"ich suche nicht des lebens sinn
weil ich dieser selber bin"

ALLES GUTE FÜR DEINE CHEMO UND GRÜSSE AN DICH UND ALLE ANDEREN HIER!

schönen sonntag noch
suzie

_________________
ich suche nicht des lebens sinn, weil ich dieser selber bin (ilse kilic)


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 Betreff des Beitrags: Re: psyche und nerven in der zeit nach der behandlung
BeitragVerfasst: 31. Aug 2009 13:20 
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Danke für Deinen tollen Beitrag, liebe Katarina!
Du sprichst mir aus der Seele!!! ao81

_________________
Nie verlerne so zu lachen
wie Du jetzt lachst, froh und frei,
denn ein Leben ohne Lachen
ist ein Frühling ohne Mai.

(Danke, Oma!)


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