http://mit-brustkrebs-leben.phpbb8.de/sitemapindex.xml.gzMeine Geschichte, nur ein unglücklicher Verlauf? : Brustkrebs, Diagnose - Behandlung - Vor- und Nachsorge
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 Betreff des Beitrags: Meine Geschichte, nur ein unglücklicher Verlauf?
BeitragVerfasst: 20. Feb 2008 18:43 
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Meine Geschichte, nur ein unglücklicher Verlauf?

Ich möchte meine Geschichte hier einstellen um Patienten aufzuzeigen, das sie für ihre Gesundheit ein hohes Maß an Eigenkompetenz entwickeln müssen. Ich möchte nicht die Mediziner ins schlechte Licht rücken, nur aufzeigen das nicht immer alles läuft wie es laufen sollte. Möchte Erkrankten empfehlen zu vertrauen, aber nicht blind zu vertrauen.

Mitte Juli 07 ging ich das erste mal zu meiner Gynäkologin, da ich schon seit Tagen Beschwerden mit der linken Brust hatte. Sie war heiß, sie war hart und schmerzte. Die Ärztin schaute sich die Brust an und diagnostizierte eine Mastitis. Mit 50 Jahren eine Mastitis? Ist doch eher typisch bei stillenden Müttern? Ich erhielt ein Rezept für ein Antibiotikum, dies sollte für Abhilfe sorgen. 3 Tage später sollte ich erneut zur Kontrolle kommen.

Eine befreundete Apothekerin, die von meinen Beschwerden wusste, fragte mich welches Antibiotikum ich nehme und sie sagte mir, das ist nicht das richtige, kann bei einer Mastitis nicht helfen. Ich bräuchte einen anderen Wirkstoff, sie nannte mir ein Präparat, ich sollte sofort zur Gynäkologin gehen und dies abklären. Bei meinem Kontrollbesuch 3 Tage später sprach ich die Ärztin darauf an. Diese war erstaunt und sagte, dieses Mittel gäbe sie immer mit Erfolg. Sie schaute sich die Brust an, nichts war besser, alles noch schlimmer und verschrieb mir dann ein anderes Antibiotikum, allerdings nicht das, was ich ihr nannte. Sie sagte mir, das wäre nun ein Antibiotikum, was wesentlich höher dosiert sei, dies würde sicher helfen, in 2 Tagen erneut Kontrolle.

Ein Anruf bei der befreundeten Apothekerin ergab, sie hat mir genau den gleichen Wirkstoff verschrieben, den ich schon seit 3 Tagen erfolglos nahm, also das gleiche Präparat, nur ein anderer Name. Der Wirkstoff war nicht höher, wie die Ärztin es mir sagte, sondern niedriger! Wieder die mahnenden Worte meiner Freundin, gehe sofort zu ihr, oder aber einem anderem Gynäkologen. Dies tat ich nicht.

Nächste Kontrolluntersuchung, ich sagte der Ärztin das, was mir meine Freundin erklärt hat, die Dosierung sei niedriger als zuvor, der gleiche Wirkstoff wie zuvor!. Sie schaute in ein Buch und sagte, dann, nehmen sie ab heute eine Tablette mehr!! Der Zustand der Brust war leider unverändert, in 2 Tagen wolle sie mich noch einmal sehen. Ich ging nach Hause mit dem Wissen ein nicht wirken könnendes Antibiotikum zu schlucken .

Tag 7 in Behandlung, nichts verändert, die Ärztin sagte, so eine Mastitis zu kurieren braucht seine Zeit. Noch einmal bitte in 2 Tagen kommen, zur erneuten Kontrolle, dann müsste es aber auch schon viel besser sein.

Tag 9, erneute Kontrolle und DAS ERSTE ULTRASCHALL! Sie und ich sahen einen großen schwarzen Fleck. Sie sagte, passen sie gut auf sich auf, ich glaube da bildet sich ein Abszess! Ich konnte nur noch staunen! Es war ihr letzter Tag in der Praxis, ab nun war sie in Urlaub, Gott sei Dank. Besorgt fuhr ich nach Hause, mit der Absicht gleich am nächsten Tag in die Krankenhausambulanz zu gehen, da ja meine Ärztin in Urlaub ist.

Tag 10 fuhr ich in die Ambulanz. Ein Ultraschall ergab einen Tumor in der Größe von 3 x 4 cm. Ich wurde sofort stationär aufgenommen, weitere Untersuchungen standen an. Eine Biopsie des Tumors, eine Mammographie, Röntgen Lunge, Sonographie der Leber und ein Szintigramm der Knochen. Die Biopsie bestätigte den Verdacht, der Tumor ist bösartig, Krebs! Alle anderen Untersuchungen fielen gut aus, alles ohne Befund. Danach wechselte ich von dem Krankenhaus in ein Brustzentrum um mich dort behandeln zu lassen.

Das Brustzentrum forderte die Untersuchungsbefunde an, untersuchte noch einmal mit Ultraschall den Tumor und die OP wurde besprochen. Es solle Brust erhaltend operiert werden. Der Tumor läge günstig, eine Rekonstruktion der Brust sollte gleich mit dem entfernen des Tumors gemacht werden. Der OP wurde geplant, stationäre Aufnahme am 14.08.07, die OP einen Tag später. Also noch ein paar Tage bis dahin...

Am Samstag vor der OP wurde die Brust weicher, nun konnte ich auch den Tumor selbst fühlen. Das war in der total verhärteten Brust vorher nicht möglich. Ich fühlte aber noch mehr! Der diagnostizierte Tumor saß außen an der Brust und nun fühlte ich eine eben so große Schwellung im Innenbereich. Montag, einen Tag vor der stationären Aufnahme war ich wieder im Brustzentrum, berichtete von meinem neuen Fund. Erneut Ultraschall, auf dem nun auch Tumor Nr. 2 zu sehen war. Weder auf der Mammographie noch in den vorherigen Ultraschallaufnahmen war dies vorher zu sehen. Eine weitere Biopsie sollte mehr Aufschluss geben, das Ergebnis am nächsten Tag da sein, meinem Einzug in der Klinik.

Am 14. kam ich morgens in die Klinik und erhielt sofort den Befund. Ein weiterer Tumor, auch dieser sehr groß, eine Brust erhaltende OP sei nicht mehr möglich. So wurde am nächsten Tag eine radikale Mastektomie durchgeführt. Der OP Befund ergab dann noch einen Tumor mehr, 2 in der Größe von 3 x 4 cm und ein kleinerer Tumor von 1 x 1,5 cm. Ferner wurden bei der OP 18 Lymphknoten entfernt, alle waren metastasiert. Ein sehr ungutes Gefühl machte sich breit, die Angst vor Metastasen. Nun gut, die ersten Befunde der Kontrolluntersuchungen sprachen ja alle dagegen.

Mitte September begann ich mit der Chemotherapie. Anschließend daran sollte dann noch die Bestrahlung durchgeführt werden. Nach dem 3 Chemozyklus erfuhr ich, das der Radiologe in der Abteilung Strahlentherapie vor der Bestrahlung noch einmal alle Kontrolluntersuchungen gemacht haben möchte, Sono, Röntgen Lunge, Szintigramm. Der glaubte nicht an mich, nicht mit diesem OP Befund!

Ende Dezember bekam ich die letzte Chemo, Anfang Januar folgten die Kontrolluntersuchungen. Als erstes das Szintigramm. Nach dem Szintigramm wartete ich auf das erste Ergebnis und hörte, unklarer Befund, wir müssen zur Abklärung die Wirbelsäule röntgen. Das geschah gleich und man schickte mich mit den Worten nach Hause, rufen sie in 5 Tagen an, dann haben wir das Ergebnis. Fünf lange Tage des Wartens. Ergebnis, keine Bestätigung des Verdachts auf den Röntgenbildern. Man habe aber inzwischen aus der ersten Klinik das Szintigramm angefordert, dies lag ja nur als schriftlicher Befund vor, und dieses Szintigramm vom August 07 sei mehr als auffällig, es hätten schon da folgende Untersuchungen statt finden müssen!!! Zeige das, was auch das neue Szintigramm ergeben habe. Ein MRT sollte gemacht werden, um mehr zu sehen. Nur zur Erinnerung... das erste Szintigramm von August 07 wurde im ersten Krankenhaus von einem Radiologen als absolut unauffällig befundet!

Am 17.01.08 wurde das MRT erstellt. Gleich danach gab es ein kurzes Gespräch mit einem Radiologen und ich sah die Aufnahmen. Ich sah vor allem die vielen Metastasen und ich hörte von dem Radiologen, ich müsse keine Angst haben, ich würde hier nicht aufstehen und gleich Querschnittsgelähmt sein!??? Den genauen Befund würde ich wieder 5 Tage später erhalten. Die Strahlentherapie wurde abgesagt, die würde nun nichts mehr bringen.

Ich holte mir in dem Brustzentrum ein Gesprächstermin, bat um genaue Aufklärung darüber, in welchem Zustand meine Wirbelsäule ist. Am 23.01 war der Termin. Ein junge Assistenzärztin war meine Gesprächspartnerin. Sie sagte mir das ich Metastasen habe, diese nun mit Bisphosphonaten behandelt würden. Sie konnte mir nicht sagen wie viele Metastasen, wo genau und in welchem Zustand die Wirbelsäule ist. Das war ja wohl überhaupt nichts! Gefrustet fuhr ich nach Hause und plante einen Onkologen aufzusuchen.

Am 7.02.08 war der erste Termin bei einem Onkologen. Ich hatte alle wichtigen Unterlagen dabei, vor allem das MRT, das am 17.01 erstellt wurde. Mehr als 3 Wochen später und ich hatte aus dem behandelndem Brustzentrum noch immer keinen schriftlichen Befund! Mit dem Onkologen wurde besprochen das er das MRT an einen Radiologen weiter gibt, dieser sollte einen Befund schreiben. Ferner wurde der weitere Behandlungsablauf besprochen und vereinbart, das der Onkologe sich telefonisch melde, sobald der Radiologe den Bericht fertig habe.

Am 18.02 hielt ich es nicht mehr aus, der Onkologe hatte sich nicht gemeldet, so rief ich in seiner Praxis an. Noch immer keine Meldung aus dem BZ, noch keine Information über einen schriftlichen Befund. Beim Onkologen hörte ich von der Dame am Telefon, Dr. XY organisiert gerade alles, ich würde bald von ihm hören. Am 19.02 rief er spät abends an und sagte mir, er habe mich total vergessen! Entschuldigte sich dafür und erklärte mir wie dies passieren konnte. Nun gut....!???

Heute, am 20.02.08 war ich im Brustzentrum, mein 2. Termin um den Tropf mit Bisphosphonaten zu erhalten stand an. Die junge Assistenzärztin kam zu mir und sagte sie müsse mit mir sprechen, der schriftliche Befund vom MRT sei da. Na super, 4,5 Wochen später ist doch eine Klasse Leistung. Was ich hörte, war nicht wirklich gut! In 11 Wirbelkörpern und einer Rippe Metastasen. Der 9. und 10. Wirbel sei so akut gefährdet, eine Bruchgefahr sei nicht auszuschließen. Es müsse sofort ein CT erstellt werden um zu sehen wie weiter vorgegangen werden sollte. Ich hörte schon OP, Wirbel verstärken mit einer Metallplatte. Das CT steht am 22.02 an.....

Mein Frust, meine Gedanken....

Eine Gynäkologin die nach 10 Tagen Behandlung einen ersten Ultraschall für nötig befindet und einen großen auffälligen Befund, bei einer 50 jährigen Patientin, mit einem Abszess quittiert, die sollte sich nicht Gynäkologin nennen. Jeder Arzt mit Verantwortung hätte mich sofort zu einer Mammographie geschickt, dies sofort und nicht Tage später!

Im August 07 hat ein Radiologe ein sehr auffälliges Szintigramm für gut befunden, weil er Nebel auf seinen Pupillen hatte! Hätte der Radiologe aus der Strahlenabteilung im Brustzentrum, Monate später, nicht auf weitere Kontrolluntersuchungen gedrängt, wäre das Ganze noch lange nicht aufgeflogen! Wäre das Szintigramm im August 07 als auffällig bewertet worden, dann hätte ich heute, 6 Monate später sicher nicht hören müssen, das 2 Wirbelkörper von den Metastasen so zersetzt sind, das akute Bruchgefahr besteht. Wäre das Szintigramm schon im August 07 richtig bewertet worden, hätte ich zur Chemotherapie auch sofort die Bisphosphonate erhalten, das Risiko eines Bruches wäre so verhindert worden. Nun muss ich mich wahrscheinlich, auf Grund dieser Falschaussage einer OP unterziehen.

Ich mag gar nicht darüber nachdenken was mit meiner Wirbelsäule in den letzten 6 Monaten alles hätte passieren können, in welch einem Zustand ich sein könnte, weil ein Radiologe diesen Namen nicht verdient hat!




Regina

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„Nicht den Tod sollte man fürchten, sondern daß man nie beginnen wird, zu leben.“

Marcus Aurelius

wolkengedanken.de


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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Geschichte, nur ein unglücklicher Verlauf?
BeitragVerfasst: 20. Feb 2008 19:25 
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liebe regina,

ich finde keine worte, wenn ich deine geschichte so lese, denn der ganze mist, das macht mich sprachlos und es tut mir so leid für dich, es ist einfach so ein mist.

alles was ich sagen kann ist, dass ich mit vielen starken gefühlen an dich denke und dir wünsche, dass alles ab jetzt gut verläuft und du mit den bisphosphos deine knochen wieder stark bekommst - hoffentlich doch ohne OP - drücke dir die daumen für den 22.2.!

alles alles liebe
suzie

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 Betreff des Beitrags: Re: Meine Geschichte, nur ein unglücklicher Verlauf?
BeitragVerfasst: 21. Feb 2008 00:51 

liebe regina,
ich hatte es schon kurz erwähnt - auch ich habe meine leichen im keller...

meine geschichte ist anders dramatisch als deine & zum glück auch schon lange her. aber auch ich frage mich, ob es nur ein "unglücklicher" verlauf war. gerade dein aktuelles erleben läßt mich grübeln, ob es zufall oder einfach nur kennezeichnend für ein ausschließlich auf kommerzielle optimierung ausgerichtetes gesundheitssystem ist.


ende september 2000: ich taste eine vielleicht haselnußgroße, etwas härtere stelle an meiner linken brust. ich bin 35, wiege 57 kg, bin in topform & habe u.a. ca. 2 jahre meines lebens gestillt - die beste vorsorge gegen bk. ich habe keine angst, aber werd es weiter im auge behalten.

hatte schon hin & wieder mal ähnliches, was sich immer wieder verlief. meine gyn meinte, das wäre zyklusbedingt.

mitte oktober 2000: die stelle ist nicht größer, aber härter geworden. spontanbesuch bei meiner gyn. direkte überweisung zur mammo. dann sono. der arzt: "was denken SIE denn, was das sein könnte?"

meine gyn: "egal, was es ist - es ist zu groß, um von selbst zu verschwinden. es muß raus." überweisung zum chirurgen.

der schickt mich direkt ins krankenhaus, auf seine beleg-station. vor der op: "sollte ein schnellschnitt etwas bösartiges erweisen, können wir gleich weiter operieren?" NEIN, natürlich nicht. ich will klaren verstandes meine eigene entscheidung treffen.

MEIN stand bis dahin: also gut, ich werd das ding rausholen lassen. eine woche krankenhaus, mich bißchen bedauern & mir blumen schenken lassen & gut is. ich hatte keine angst.

die wahrscheinlichkeit, daß es tatsächlich was bösartiges sein könnte, war verschwindend gering. & KEINER der bis dahin involvierten ärzte machte auch nur andeutungen in diese richtung.

ich war null informiert, warum auch. wenn es tatsächlich bösartig sein sollte, würde ich mich sowieso ausführlich damit beschäftigen müssen.

also op. die haselnuß, die in wirklichkeit eher eine walnuß (etwa 2,5 x 4cm) war, rausgeholt. bedauern & blumen abgefaßt & auf den hist. befund gewartet.

der kam am montag, dem 16.10.2000, vormittag: "es war bösartig. brauchen sie beruhigungstropfen?"

sofort meinen mann ranbeordert. in seinem beisein gab es dann am nachmittag durch den chirurgen noch einen satz mehr: "es muß SOFORT amputiert werden"

ich hab es geglaubt.

ich war absolut unvorbereitet & absolut uninformiert & der freundin meiner mutter, die 25 jahre vorher bk hatte, wurde damals ja auch gleich die brust "abgenommen". es war gefahr im verzuge, soviel war klar & keine zeit, um irgendwas zu besprechen, zu hinterfragen, vielleicht eine zweite meinung einzuholen...

also am 17.10.2000, morgens um 7 in den op. brust ab. ungefähr 15 lk entnommen, davon 3 befallen. ich habe drei tage durchgeschlafen, kam wohl mit der narkose nicht ganz klar.

dann war ich wieder wach, es ging mir einigermaßen gut (ich hatte noch nichts begriffen). mein mann, der in meinem zimmer das zweite bett bezogen hatte, hatte inzwischen die stadtbibliothek ausgeräumt.

& was liest frau da in "krebs für anfänger", seite 3?! daß bei bk durchaus die zeit ist, die therapie/op zu planen, abzustimmen, eine zweiten meinung einzuholen...

dann auftritt des meisters mit messer aber ohne zeit: "legen sie die bücher weg, alles was sie wissen müssen, erfahren sie von mir!"

demnach gabs nicht viel zu wissen. nur soviel: "früher haben wir diesen frauen nur brüste, gebärmutter, eierstöcke entfernt & ihnen männliche hormone gegeben. die wurden dann zwar sehr maskulin, aber wir haben die nie wieder gesehen."

nach der entlassung beim fädenziehen in der praxis stellten mein mann & ich einige fragen, da wir doch alles wichtige von diesem fachmann erfahren würden. weitere behandlung habe erst mal noch zeit, mehr fragen würde er uns nicht beantworten. versorgt mit einem rezept über tam ("damit müssen sie sofort anfangen") lehnte er eine weiterbehandlung ab & expedierte uns aus der praxis.

(in meiner erinnerung war ich in der praxis sogar ziemlich ruhig - wenn nicht, wäre das bei dieser diagnose aber auch verständlich. aber zumindest mein mann ist definitiv ruhig & sachlich gewesen. eagl. rauswurf)

dann sind wir allein los, haben uns auf die suche nach jemandem gemacht, wo meine behandlung fortgesetzt werden könnte. bekamen immer wieder die selbe ärztin (u.a. mitglied der tumorkonferenz der landeshauptstadt) empfohlen, bei der ich mich dann auch sehr schnell vorstellen konnte. es gab dann etwa 3 wochen lang querelen, weil mein freund der chirurg meine unterlagen weder ihr noch mir aushändigen wollte. sie besorgte sich schließlich eine kopie des hist. befundes, nachdem sie recherchiert hatte, in welchem labor der erstellt worden war.


als sie die unterlagen endlich hatte, fragte sie mich, ob die ablatio auf meinen wunsch vorgenommen worden wäre. ihre empfehlung wäre gewesen, zunächst eine chemo zur verkleinerung des tumors & dann bet. ablatio wäre NICHT NÖTIG GEWESEN.

da war meine brust weg.

mir wird heute noch schlecht, wenn ich das aufschreibe.



es gibt frauen, denen geht es besser, wenn sie den "herd" komplett entfernt wissen. für die überlebenszeit in meinem stadium spielt ablatio oder bet keine rolle. ich hätte sie gern behalten, mit dem rest dieser brust hätte ich definitiv mehr lebensqualität gehabt...

später bekamen mein mann & ich einen abrechnungskatalog über ärztliche leistungen in die finger, in welchem sich - wenn auch nicht die medizinische, so zumindest die pekuniäre erklärung für das schnelle & absolute agieren des meisters fand: bet bringt keine kohle, ablatio schon.


einige zeit darauf bei der ahb wurde mir die frage - warum denn ablatio - noch einmal gestellt. auch dort eher verwirrte reaktionen über die fundierte ersttherapie.



interessant dabei ist auch, daß in der etage unter der belegstation, auf welcher besagter fachmann sein unwesen trieb, sich die gyn befindet. diese war das erst krankenhaus in magdeburg, das üblicherweise bei ablatio einen gleichzeitigen aufbau anbot. eine etage drunter...



ich habe dann später einen tram machen lassen, mit viel aufwand & sicher auch immensen kosten für die kasse. dort hatte ich mich einige zeit zuvor informiert, was bei einem verdacht auf einen behandlungsfehler eventuell zu tun wäre. ich bekam einiges material & wurde auch gut beraten.

ich hab es nicht weiter verfolgt. es tat mir zu sehr weh & tut es heute noch.

inzwischen hab ich meine dritte brust (bin damit ganz zufrieden) & ein rezidiv 2004, das mir weitere erfahrungen über ärztliche kunst bescherte.

aber davon vielleicht später. das hier auzuschreiben, hat mich jetzt wirklich genug beansprucht...


  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Meine Geschichte, nur ein unglücklicher Verlauf?
BeitragVerfasst: 21. Feb 2008 00:57 

noch ein nachtrag: der meister des messers verabschiedete sich einige zeit nach meiner op in den ruhestand. sonst hätte ich die geschichte vielleicht doch noch weiter verfolgt.

aber der konnte wohl zumindest auf dem gebiet dann keinen schaden mehr anrichten.


  
 
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