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 Betreff des Beitrags: Re: ich HATTE brustkrebs? heilung? ja? und wann?
BeitragVerfasst: 22. Aug 2011 22:19 
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Liebe Monika,
chronisch: ja! Aber krank? Nein! Ich denke, es ist sehr gesund, sich selbst aufmerksam zu beobachten, wenn man mal so eine Diagnose gestellt bekommen hat!
In einer Woche muss ich wieder zur Nachsorge (nachdem ich den Juni-Termin geschwänzt hatte - ich weiss, dass das nicht besonders klug war!), und schon kommt mir wieder meine chronische Besorgnis hoch ... was, wenn da doch wieder etwas wäre?
Aber eigentlich fühle ich mich chronisch ... lebendig!
Herzlich, Katarina

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Herzliche Grüsse von Katarina

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 Betreff des Beitrags: Re: ich HATTE brustkrebs? heilung? ja? und wann?
BeitragVerfasst: 22. Aug 2011 23:36 
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Ich bin auch so eine ...

Von den Frauen, mit denen ich im Austausch bin, die Brustkrebs - Diagnose, OP, Chemo usw. - durchstanden haben, sind vier so wie ich. Wie Du, Monika. Erst dachte ich, ich keine keine von der anderen "Sorte", denen es gelingt, alles Horchen und Hinfühlen, alles Befürchten abzuschütteln und einfach nur, unbelastet wie zuvor, fröhlich zu leben. Dann sind mir doch zwei Frauen eingefallen. Die eine, ich kenne sie nicht sehr nah, mag das schaffen, weil sie für mich nicht in die Kategorie "sensibel" zählt. Die andere kenne ich gut. Tja, woran liegt es? Sie hat mehr Humor als ich, kann mehr über sich lachen - was auch heißt: sich besser von sich selbst distanzieren, auch mal Abstand wahren. Und sie ist sehr gläubig. Oh, noch eine enge Freundin fällt mir ein, 13 Jahre ist es dort, glaube ich her. Auch sie hat ein stärkeres Selbstwertgefühl, immer gehabt, als ich. Dort, wo mehr Vertrauen ist in die Welt und in sich selbst, kann eher an Heilsein, an Gesundheit geglaubt werden. Und sie macht intensiv Musik, spielt Konzerte, findet große Erfüllung darin. -
Das mal so aufgezählt.

Mir fehlt etwas (oder alles) vom Urvertrauen. Deswegen muss ich wohl immer wieder kämpfen und mich um positive Haltung bemühen. Es gelingt mir manchmal besser, manchmal schlechter. Die Medusenköpfe des Krebses erheben sich immer wieder, wie Du sagst. Jedes Zipperlein.
Ich arbeite weiter an mir.
Ich wäre froh, wenn ich die Gespenster dauerhaft abschütteln könnte, aussteigen aus den chronischen Gedanken.
Was mir hilft, ist, mir bewusst zu machen, dass Angst mir nichts einbringt. Nichts verändert (am Krebs). Nichts verhindert (was die Krankheit angeht). Nur mich selbst am Leben hindert. Also versuchen, mit der Angst zu verhandeln, sie wegzuschieben, stillzureden, mich von ihr wegbewegen. Um die Zeit, die mir bleibt, wie lang oder kurz auch immer, zufriedenstellend, glücklich, ausgeglichen zu leben.

Wie gesagt, ich arbeite daran, an diesem chronischen Krankheitsbild.
Im Moment geht es ganz gut. Was Wunder, hat der Internist doch heute gerade die Organe des Bauchraums geschallt und für unauffällig befunden.

Lieben Gruß
die parallele


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 Betreff des Beitrags: Re: ich HATTE brustkrebs? heilung? ja? und wann?
BeitragVerfasst: 23. Aug 2011 08:02 
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2005 wurde die Bezeichnung "chronisch Krank" von der Kassenärztlichen Vereinigung wie folgt definiert...


Die so genannte Chronikerregelung sieht vor, dass als schwerwiegend chronisch krank gilt,
wer sich wenigstens ein Jahr lang in ärztlicher Dauerbehandlung befindet (nachgewiesen
durch einen Arztbesuch wegen derselben Krankheit pro Quartal)
und außerdem eines der folgenden Kriterien erfüllt:

A Aufgrund der Krankheit liegt eine Pflegebedürftigkeit der Pflegestufe II oder III nach dem
2. Kapitel SGB XI vor (Richtlinie § 2, Abs. 2, Buchstabe a).

B Aufgrund der Krankheit besteht ein Grad der Behinderung (GdB) von mind. 60 Prozent
nach § 30 BVG oder eine Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) von mind. 60 Prozent
nach § 65 Abs. 2 SGB VII (Richtlinie § 2, Abs. 2, Buchstabe b).

C Die Krankheit muss kontinuierlich medizinisch versorgt werden (ärztliche oder
psychotherapeutische Behandlung, Arzneimitteltherapie, Versorgung mit Heil- und
Hilfsmitteln). Nach ärztlicher Einschätzung ist ohne diese Therapie eine lebensbedrohliche
Verschlimmerung der Erkrankung, eine Verminderung der Lebenserwartung oder eine
dauerhafte Beeinträchtigung der Lebensqualität aufgrund der verursachten
Gesundheitsstörung zu erwarten (Richtlinie § 2, Abs.2, Buchstabe c).



zu der Definition wurde allerdings das Wort schwer hinzugenommen, also "schwer chronisch krank."

Monika, Katarina und du parallele seht euch nicht als "schwer chronisch Krank" im Sinne dieser Definition. Doch die Ängste, die ihr benennt finden sich unter C irgendwie wieder, oder...

Sind die Frauen, die an BK erkrankt "waren" und danach in eine psychologische Behandlung gehen, um mit den erlebten Ängsten, den Ängsten vor der Zukunft, der wieder kommenden Erkrankung, in dieser Definition untergebracht?

(ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung, Arzneimitteltherapie, Versorgung mit Heil- und Hilfsmitteln)

Fallen 5 Jahre Tam unter "kontinuierlich Arzeneimitteltherapie"?

Sind die über 5 Jahre angeratenen Nachsorgetermine eine..."kontinuierlich medizinisch Versorgung"?


In einer Diplomarbeit zum Thema fand ich folgende Aussage, die ich sehr treffend finde...

Mit dieser Arbeit soll für die besondere Situation von Breast Cancer Survivors sensibilisiert werden. An Krebs zu erkranken bedeutet nicht mehr automatisch mit seinem Leben abschließen zu müssen. Krebs wird als chronische Krankheit angesehen, wobei dies einem Leben mit Krebs entspricht. Mit den Worten von Mieke Grypdonck:

„Sie sind Menschen mit einer Krankheit. Sie haben eine Krankheit die ganze Zeit, aber sie sind nicht die ganze Zeit krank. Es gelingt ihnen ihr Leben über die Krankheit hinauszuheben.“ (Grypdonck 2005, S. 222)


Also doch chronisch Krank mit einer dauerhaften psychischen Belastung?

Diese Diplomarbeit, recht aktuell, von 2010, mag euch euch empfehlen zu lesen. Da ist alles an Gedanken und Erlebten drinnen, das wir für uns kennen lernen mussten...


„Das Leben mit einem ständigen Begleiter…“

Monika, dein Schritt den Port entfernen zu lassen kann ich gut nach vollziehen. Ich wünsche dir mit dieser "Erleichterung" auch ein Stück Erleichterung der Psyche.

Lieben Gruß

Regina

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„Nicht den Tod sollte man fürchten, sondern daß man nie beginnen wird, zu leben.“

Marcus Aurelius

wolkengedanken.de


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 Betreff des Beitrags: Re: ich HATTE brustkrebs? heilung? ja? und wann?
BeitragVerfasst: 23. Aug 2011 13:23 
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danke regina, du hast recht. und auch wieder nicht - denn die psychologische behandlung ist ja keine behandlung der krebserkrankung, sondern eine der ängste, depressionen usw. klar hängts zusammen, aber, ich vergleiche es mal mit meinem vater, der ein schweres kriegstrauma hatte. er war deswegen in behandlung - aber behandlet wurde nicht der krieg und nicht mehr seine verletzung, sondern die folgen.

@paralelle: ich kenne keine frau mehr, die wirklich unbeschwert ist - meine freundin, von der ich es dachte, sie hatte eben schon vor dem krebs so viele ängste. nur weil die ängste nicht "angst vor dem krebs" genannt werden, heißt das ja nicht, dass sie nicht dadurch gerpägt wurden.
und viele frauen reden eben nicht darüber und vielleicht denken sie nicht so oft daran - aber schlafstörungen, kopfweh, erschöpfung sind eben einfach körperliche symptome der großen belastung.

@monika: ich sehe es wie du: ich = meine seele kann sich von dem rucksack, den sie mit sich schleppt, nicht ganz befreien. immerhin stelle ich den rucksack jetzt manchmal in ein winkerl. PORT RAUS - i freu mich für dich.

katarina, ich denke, der begriff krank drückt aus, dass wir unter der situation leiden. also, wenn man definiert, was die WHO unter gesundheit versteht, dann sind wir eben nicht ganz gesund. (Gesundheit des Menschen ist laut Weltgesundheitsorganisation „ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens ...) andererseits: mit diesem nicht ganz gesund sind wir wohl in gesellschaft des größeren teils der menschheit, wenn ich das mal so sagen darf.

ich umarme euch. bei mir ist alles okay.

postbussi
suzie


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 Betreff des Beitrags: Re: ich HATTE brustkrebs? heilung? ja? und wann?
BeitragVerfasst: 23. Aug 2011 21:51 
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hugh, Ilse, das hast Du jetzt mal wieder perfekt zusammengefasst und auf den Punkt (die jeweiligen Punkte) gebracht!!

Nichts mehr hinzuzufügen,
lieben Gruß
die parallele


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 Betreff des Beitrags: Re: ich HATTE brustkrebs? heilung? ja? und wann?
BeitragVerfasst: 24. Aug 2011 11:22 
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Hey ihr Lieben,

mittlerweile bezeichne ich mich als krebsfrei bis das Gegenteil bewiesen ist. Mit dieser Definition geht es mir am besten! Als "gesund" kann ich mich nicht bezeichnen, bei den ganzen Therapienebenwirkungen und dem Arztgerenne, als "krank" mag ich mich nicht bezeichnen, weil mir das einfach meine Energie und Motivation raubt.

Die Krankheit ist eine irrsinnige Belastung! Psychisch und körperlich!

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 Betreff des Beitrags: Re: ich HATTE brustkrebs? heilung? ja? und wann?
BeitragVerfasst: 28. Aug 2011 16:08 
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Ihr Lieben,
ich habe für mich entschieden- ich hatte Krebs.
Andere Aussagen will und kann ich nicht gelten lassen. Ich will auch nach Krebs ein ganz normales Leben führen können.
Das kann ich aber nur, wenn ich dieses Kapitel meines Lebens abschließe.
Sicher habe ich auch des Öfteren den Gedanken: Was wäre wenn...?
Aber den schiebe ich so schnell wie möglich beiseite, denn ich lebe ja heute und jetzt.
In einer Woche gehe ich wieder arbeiten und ich denke, daß ich dann einen noch größeren Abstand zu der Krebserkrankung aufbauen kann.
Denn das Leben ist schön, auch mit Schattenseiten.
Liebe Grüße Irena

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Geh deinen Weg und lass die Leute reden! (Dante Alighieri)


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 Betreff des Beitrags: Re: ich HATTE brustkrebs? heilung? ja? und wann?
BeitragVerfasst: 18. Sep 2011 15:20 

Hallo,
es ist als Neubetroffene teilweise beängstigend, aber hochinterressant eure Beiträge zu verfolgen. Denn genau damit setzt man sich ja in der ersten Zeit auseinander: wieviel Raum bekommt die Erkrankung, wird man es schaffen, die Angst vor einer Wiedererkrankung mit möglicherweise schlimmeren Folgen in den Griff bekommen, ist man ab nun krank, kommt die Unbekümmertheit/ Unbeschwertheit jemals wieder?
Ich denke der psychische Aspekt darf nicht unterschätzt werden. Eine solche Erkrankung ist auf jeden Fall traumatisch und hinterläßt tiefe Narben auf der Seele. Ab nun ist die eigene Sterblichkeit keine Abstrakte mehr.
Aber ich (vielleicht naiv und blauäugig) denke, dass ich gesund bin, solange ich mich gesund fühle. Ich kann schlimme Ereignisse nicht durch vortrauern abmildern, auch nicht wenn ich weiß, dass sie eintreten werden, aber das ist ja bei BK noch ungewiß. Erst wenn Tatsachen geschaffen sind, muß man mit diesen irgendwie fertig werden. Und leben geht nur in diesem Augenblick. Trotzdem ist de ERkrankung ein Prozess der Trauer mit allen Facetten. Etwas das bbisher zum Leben gehörte ist unwiederbringlich dahin. Der Körper ist nicht mehr mein Verbündeter, sondern kann sich gegen mich wenden. Es ist eine Spaltung von Psyche und Physis entstanden, die vollkommen uneinschätzbar ist.


  
 
 Betreff des Beitrags: Re: ich HATTE brustkrebs? heilung? ja? und wann?
BeitragVerfasst: 18. Sep 2011 15:23 

Nachsatz :Dies ist versehentlich ohne Abschlußgruß herausgegangen, habe irgendwo falsch gedrückt.
Gruß, Eva


  
 
 Betreff des Beitrags: Re: ich HATTE brustkrebs? heilung? ja? und wann?
BeitragVerfasst: 18. Sep 2011 16:28 

Hallo Eva,

ich kann Deine Zeilen gut nachvollziehen, finde mich wieder.
Ich glaube nicht, dass Du naiv oder blauäugig bist, wenn Du denkst, hier eine nicht passende Einschätzung zu haben.
Du bist so, wie Du jetzt bist.
Jede erlebt ihr Leben auf ganz eigene und sehr persönliche Art und Weise.

Deine Aussagen erinnern mich an meinen damaligen Zustand, was heute ist und wie ich es sah und sehe.

Ich danke Dir für Deine offenen Worte.

Herzlich,
Ute


  
 
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