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AutorNachricht
 Betreff des Beitrags: Re: Ängste benennen...
BeitragVerfasst: 28. Apr 2010 07:30 

guten morgen, das tut mir leid. wie hat sie diese nachricht aufgenommen? 2x ablatio - schlimm und unbegreiflich!!
ich hoffe, sie hat privat sehr viel unterstützung!! für manche frauen ist es das schlimmste was passieren kann! da brauchen sie unbedingt psychische unterstützung! das ist nicht zu unterschätzen!!!
mir blieb das gott sei dank erspart..obwohl ich sehr stolz auf meine brüste war..es hat mir nichts ausgemacht!! mir war wichtig, dass alles weg ist...der rest war für mich persönlich nebensache!! ich fürchtete mich anfangs vor den ersten anblick, um sonst!!! keine ahnung was ich mir damals ausgemalt hatte, aber es schlussendlich das gegenteil, es war schön, wenn wann das so bezeichnen kann.

ich wünsche euch für die zukunft alles gute...forum in französisch kenn ich leider keines.

ich habe auch gerade erfahren, das meine kindergarten tante und nun die tante meines sohnes auch stanzen musste. ich hoffe sehr, dass ihr der rest erspart bleibt!! ich denke oft an sie und hoffe auf baldige positive nachricht... muss ja mal sein, in letzter zeit kamen genug schlechte nachrichten..nun muss es doch mal aufwärts gehen!!

ich möchte der sache auch auf den grund gehen...warum hat sich mein denken nun schlagartig geändert!! im jänner sagte ich noch, dass mich dieser scheiß krebs nicht besiegen wird, aber langsam zweifle ich daran und ich weiß nicht warum.
ich habe seit längerem schmerzen im rechten handgelenkt und keiner kann mir die ursache nennen. ich hatte im feb. ein röntgen, da sah man nichts. letzte woche hatte ich nen gips zur ruhestellung. es hat sich ein bisschen verbessert. aber sobald die hand mehr bewegt wird, wird der schmerz größer...ich habe keine ahnung, ob das ne nebenwirkung der chemo ist oder obs was anderes sein könnte.

ich bin, seid ich wieder regelmäßig kontakt mit krebsgeschichte haben, total aufgewühlt. mein hirn arbeitet auf hochtouren und macht sich ständig gedanken über dies und das.

wie gesagt, ich bin erst 31. das ist kein alter für diese krankheit...was sind da für mich 5 oder 10 jahre, nichts...ich will mehr haben!! aber diese garantie bekomme ich nicht.

ich hatte mir bei der erkrankung auch einiges vorgenommen!! das muss ich nun erst versuchen alles um zu setzen!!
mit kleinen schritten!!!
der erste ist, dass ich heute um halb 9 nen termin beim friseur habe!! da muss was passieren...so kanns nicht weitergehen! sehe aus wie atze schröder ;-)
also dann, wünsche euch noch einen schönen tag!

ganz liebe grüße aus österreich!!


  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Ängste benennen...
BeitragVerfasst: 28. Apr 2010 10:03 
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Regina hat geschrieben:

Ich muss euch mal was fragen ao75 vielleicht lese ich es nur, interpretiere es nur in eure Worte?? Ich meine zu lesen das ihr Ängste = nicht positiv sein, denken setzt? Wie schon geschrieben, vielleicht ist das gar nicht so und ich lese da mehr raus als....?

Denn ich bin nicht der Meinung weil ich Ängste habe, lebe, benenne, schließt sich positives in meinem Leben aus. Nicht jetzt, nicht vorher. Ängste sind für mich auch im gewissem Grad normal, gehören dazu. Und Ängste bei einer Krankheit, die mir den Tod bringen wird zu haben, finde ich völlig normal. Sie in die Ecke stellen, unterdrücken, nicht ansprechen, nicht gedanklich zulassen macht doch nur noch mehr an Unmut, baut andere Unzulänglichkeiten auf. Zweifel auch massiv an das es funktioniert. Wie soll das gehen? Die Ängste kommen und ich sage ihnen... husch, husch, weg mit euch, will jetzt nicht, kommt ein anderes mal wieder, besser gar nie mehr, will jetzt positiv denken und mein bisschen Krebs und Tod macht mir doch keine Angst ? Klappt bei mir nicht, vielleicht ist mein Oberstübchen nicht ganz ok ao75

Regina


Liebe Regina, dein Oberstübchen ist mit Sicherheit ok xp025x . Aber vielleicht meins nicht, dann kanst du es ja am nächsten WE gerne gerade rücken :mrgreen: .

Falls du mich damit auch gemeint haben solltest...habe ich mich vielleicht nicht richtig ausgedrückt. Ist auch schwierig für mich, das alles in Worte zu fassen.

Ich sehe es wie du. Klar, hab ich Ängste und gleichzeitig bin ich ein positiv denkender Mensch. Beides geht, beides schließt sich nicht aus, beides sollte sich auch nicht ausschließen.

NUR versuche ich nicht ständig an meine Ängste zu denken, sie Herr über meinen Körper werden zu lassen. Das wäre mir zu negativ und für mich persönlich nicht heilend.

Ich stelle mich zu gewissen Zeiten meinen Ängsten, meiner Trauer, meinem "Warum-Ich-Gefühl". Das muß einfach sein.

Ich habe in der Reha einige gute Ansätze dazu bekommen, wie man mit Angst und neuer Lebenseinstellung gleichzeitig umgehen kann/soll/muß. Kann es grad nicht so wiedergeben, weil meine Schwägerin sich das alles ausgeliehen hat.

Und ich sage mir halt: Ok, du hattest Krebs, er kann jederzeit wiederkommen, aber ich bemitleide mich nicht, sondern versuche das Beste jetzt daraus zu machen. So war es gemeint. Ist das jetzt verständlicher? Habe das Gefühl, ich kann mich seit der Chemo gar nicht mehr vernünftig und verständlich ausdrücken :???: .

LG Claudia

_________________

"Geh du voran", sagte die Seele zum Körper, "denn auf mich hört 'sie' ja nicht".
"In Ordnung", sagte der Körper, "ich werde krank werden, dann hat 'sie' Zeit für dich".


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 Betreff des Beitrags: Re: Ängste benennen...
BeitragVerfasst: 28. Apr 2010 10:08 
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Katharina hat geschrieben:
G
Zitat:
estern habe ich vernommen, dass meine Cousine (58) in beiden Brüsten Krebs hat! Sie hatte ihre letzte Mammografie vor zwei Jahren, und ihre Gynäkologin meinte, es wäre mal wieder an der Zeit... Die Mammo war katastrophal, das MRI bestätigte die vorläufige Diagnose und die Stanze leider ebenfalls. Und mir kommen alle Ängste wieder ungefiltert hoch, das Entsetzen darüber - sie doch nicht auch noch! Nun steht ihr eine beidseitige Ablatio bevor...

Ich habe ihr von diesem Forum erzählt, aber leider spricht (und vor allem: schreibt) sie fast nur französisch. Gibt es so ein Forum auch in Französisch? Weiss jemand von euch etwas?


Liebe Katherina,

ich habe die traurige Nachricht von deiner Cousine gelesen und ich wünsche Ihr viel, viel Kraft für die kommenden Monate.
Hier ist ein Link zu einem französischen Forum, das, wie ich aber verstanden haben, nicht nur allein mit Brustkrebs, sondern auch mit andere Krebserkrankungen zu tun hat. Vielleicht kann deine Cousine damit etwas anfangen. Wie die Qualität des Forums ist, kann ich nicht beurteilen, französchisch..... :oops:

http://forums.france2.fr/france2/Le-cancer-sort-de-l-ombre/Cancer-du-sein/liste_sujet-1.htm

Liebe Grüße
Edithj


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 Betreff des Beitrags: Re: Ängste benennen...
BeitragVerfasst: 28. Apr 2010 21:44 

Meine Psychoonkologin hat mich immer gefragt was mir genau Angst macht und warum. Wir konnten dann im Gespräch vieles relativieren, weil es sich meist um Spekulationen von mir gehandelt hat.

Was das positive Denken betrifft, möchte ich euch ein Beispiel erzählen.

Mein Sohn mit seiner Familie ein Haus, riesig und sehr teuer. Habe gedacht, daß kann nur schief gehen, daß ist der Wahnsinn und habe mir alle Katastrophen ausgemalt.

Mein Sohn war traurig, weil ich so negativ dazu eingestallt war.

Die Baugrube wurde ausgehoben und dann war Stillstand. Das Grundwasser stieg und stieg, eine Katastrophe nach der anderen. Hätte ja jetzt sagen können, habe ich doch Recht gehabt.

Ich habe nur gedacht Schei.., daß kommt von deinen negativen Gedanken.

Jden morgen mach eich jetzt eine Kerze an und bitte darum, daß dieses Haus wunderschön wird und ohne Probleme fertig wird. Anschließend stelle ich mir Goldstaub vor, welches ich über meinen Sohn in Gedanken rieseln lasse.

Heute steht das Erdgeschoß, morgen geht es weiter. Können die Verzögerung einholen.

Habe ihm gesagt, dann brauche ich ja kein Goldstaub mehr schicken und die Kerze anzünden. Er sagte Mama, mache das doch, bis das Haus fertig ist.
Es gibt vieles zwischen Himmel und Erde, was wir nicht sehen und verstehen können.

Wenn euch eure Familie schon sterben sieht und das alles negativ sieht, wer weiß es.

Ich habe allen gesagt, sie sollen in Gedanken sehen, daß ich es schaffe, egal, was kommt.

Ich stelle mir immer vor, wie meine Killerzellen sich die Krebszellen schnappen und auffressen. Ich bitte jeden morgen um Heilung an Köper, Geist und Seele.

Mag vielleicht kindisch sein alles, mir hilft es jedenfalls.

Liebe Grüße

Brigitte


  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Ängste benennen...
BeitragVerfasst: 29. Apr 2010 06:21 

brigitte, das hört sich schön an!!! ich habe auch das buch secret gelesen...da geht's auch um die macht der anziehung...gedanken werden zur wirklichkeit ...kennst du das zufällig?

ich habe gestern lange nachgedacht, ob ich nicht aus diesem forum aussteigen soll. obwohl ich nur positive nachrichten von euch allen bekomme, wühlt mich das ganze thema total auf und ich bekomme es immer mehr mit der angst zu tun.
es gibt fast keine stunde mehr, wo ich nicht an diese krankheit denke...das kann's doch wirklich nicht sein.

mir ging's bereits gut!! ich will euch auf keinen fall die schuld geben!! ihr seid alles so wundervoll und so stark!!!

ich habe mein inneres ICH, welches vor ein paar monaten selbst noch so stark war, was noch groß geredet hat und andere leute aufgebaut hat, verloren...wo ist es hin?
ich glaube, ich muss es erst mal finden um wieder mit mir ins reine zu kommen!!


  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Ängste benennen...
BeitragVerfasst: 29. Apr 2010 08:46 

Maylin hat geschrieben:
Ich stelle mir immer vor, wie meine Killerzellen sich die Krebszellen schnappen und auffressen. Ich bitte jeden morgen um Heilung an Köper, Geist und Seele.
Mag vielleicht kindisch sein alles, mir hilft es jedenfalls.
Liebe Grüße
Brigitte


Liebe Brigitte,

wunderbar und schön, bei mir brennt auch eine Kerze und ich bitte ebenso jeden Morgen und nehme einmal wöchentlich teil an einem Lichtkreis. Mir hiflt es und glaube daran!

parallele hat geschrieben:
Jetzt ist hier ein Thema eröffnet, dass nicht vorrangig meinen Kopf anspricht, sondern das Unkalkulierbare, nicht Analytische, das Gefühlswirrwarr, den Bauch, die Psyche. Hier dachte ich, verstand ich, darf ich von Angst reden. Ohne dass jemand kommt, sich mit meinem (entfernten) Kopf verbündet und sagt: Leute, denkt positiv, tut dies, lasst das ... usw. usw.
Das blockt mich nämlich total. Dann nehme ich schnell meine Angst wieder zu mir und lasse keinen dran - und komme nicht damit raus. (den Schaden davon habe nur ich, ich weiß)


Ich weiss nicht, ob du mich damit ansprichst, denke es ist so. Entschuldige, wenn ich mit meinen Beitrag der Auslöser deiner Blockade war, werde in diesem Thema nichts mehr schreiben und lass bitte deine Angst raus!!!!

LG Alejandra


  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Ängste benennen...
BeitragVerfasst: 29. Apr 2010 11:33 
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Zitat:
Angst als normal akzeptieren: Ängste gehören zum Leben. Sie sind Ausdruck menschlicher Entwicklung und treten regelmäßig auf, wenn man sich auf Neues einläßt. Sie stimulieren das Nervensystem, um es zu Höchstleistungen zu befähigen (z.B. durch vermehrte Wachsamkeit, Konzentration und Handlungsbereitschaft). Erst wenn die Ängste gleichsam außer Kontrolle geraten („Überreaktion“), werden sie für das Nervensystem zum Streß und rufen weitere Symptome hervor. Krankhafte Angst bezieht sich immer auf Situationen, die in Wirklichkeit überhaupt nicht gefährlich sind. Angst ist somit eine „richtige Reaktion“, leider nur zur falschen Zeit bzw. am falschen Ort....

Angst zulassen und trotzdem handeln (= Hilflosigkeit überwinden): Lassen Sie Angst und Panik zu. Bekämpfen Sie diese nicht, sondern lassen Sie die Angst sich austoben (wie ein trotziges Kind). Nutzen Sie Ihre Energien lieber dazu, dennoch zu handeln, indem Sie sich auf die Angst erregende Situation immer wieder bewußt und gewollt einlassen....


Sich Ängsten auszusetzen: Angst kann man sich nicht ausreden, ihr muß standgehalten werden. Im Endeffekt bereitet es weniger Schrecken, Ängste zu überwinden, als sie auf Dauer mit sich herumzuschleppen und so dauernd unter dem Gefühl der Hilflosigkeit zu leiden. Wer sich seinen Ängsten stellt, spürt anschließend erneut seine Energie und wird im Handeln und Entscheiden zunehmend freier. Jedesmal wenn man sich erfolgreich auf ein Risiko einläßt, erweitert sich der eigene Handlungsspielraum. Wer dagegen aus ängstigenden Situation flieht, wird beim nächsten Mal nur noch größere Angst haben. Ausweichen beendet die Angst zwar sofort, nur erfährt man dabei nicht, wie wenig gefährlich die Situation in Wirklichkeit ist. Nicht zuletzt nimmt die Wahrscheinlichkeit zu, daß sich die Angst auf immer größere Bereiche ausdehnt.




Dies, oder ähnliches an Aussagen findet sich zum Thema Angst. Ich finde mich darin wieder, entspricht meinem Umgang mit meinen Ängsten.

Sie hier zu beschreiben und zu benennen hilft mir neben dem Zulassen, da ich lese damit nicht allein zu sein, sie zu begreifen, zu dulden, sie zu bearbeiten. Und es hilft mir zu erkennen. So meine ich erkannt zu haben, jetzt, nach dem Schreiben, dem Lesen eurer ganz ähnlichen Ängste, das ich vielleicht einen Teil der von mir benannten Ängste inzwischen einen anderen Namen geben könnte, Traurigkeit. (?)

Traurigkeit zu zu lassen ist nun wieder nichts anderes, für mich, als mich meinen Ängsten zu stellen. Und auch da schreibe ich, das sie für mich eine Berechtigung hat da zu sein, genau wie die Ängste. Ich darf darüber traurig sein etwas leben zu müssen, das mich einschränkt, abgrenzt, mir meine Zukunft nimmt und die, die noch bleibt von dunklen Wolken überzogen ist, von Krankheit die nichts Gutes bringt. Ich bilde mir nichts Schlimmes ein, ich lebe Schlimmes und nehme dies als real, als meine Realität war. Finde aber trotzdem, trotz der Ängste und der Traurigkeit Mittel und Wege all das andere, das Gute nicht auszuklammern. Auch ich lebe im Hier und Jetzt...

Goldstaub, Kerzen? Nein, kindisch finde ich das nicht. Wenn diese "Rituale" dazu beitragen können Ruhe einkehren zu lassen, dann ist es für den Ausübenden gut zu erleben. Mir sei zugestanden das dies in meiner Realität nicht funktioniert. Und mir sei zugestanden, das ich solche Handlungen als Mittel sehe der Angst auszuweichen, so wie oben im Zitat beschrieben.

Liebe Katharina,

Zitat:
All die schönen Weisheiten helfen nicht wirklich weiter, wenigstens mir nicht. Sie bescheren mir überflüssigerweise höchstens ein schlechtes Gefühl, weil ich es nicht packe, nicht wirklich anwenden kann, wenn ich in der Angst hocke und nicht mehr rauskomme. Ich glaube, wirksame Angstbewältigungs-Strategien verlangen Denkarbeit, und denken kann ich nur, wenn ich gründlich betrachte, was mich so ängstigt.


xd060x das ist es xd060x Ich möchte noch eins an Anmerkung zu deiner Aussage anfügen...

Der Versuch meine, unsere Ängste "weg zu reden," beinhaltet für mich eine inakzeptanz anderer, vermittelt mir ein Gefühl von... nun nimm dich, das alles mal nicht so wichtig xaiwebs_014x In meinen Ängsten, meiner Traurigkeit tut es mir gut zu hören, zu fühlen, das das ich sie haben darf. Ich darf sie haben, bei meinem Mann, bei den Menschen die mich ganz intensiv begleiten. Dieses Erleben nimmt sie mir zwar nicht, gibt mir aber ein Gefühl von Angenommen sein mit allem was ich bin. Und dafür sage ich ihnen ein fettes Danke!

Dir, den anderen, uns allen wünsche ich neben all den Unzulänglichkeiten immer auch so viel Licht, gute Gefühle zum Ausgleich.

Lieben Gruß

Regina

_________________
„Nicht den Tod sollte man fürchten, sondern daß man nie beginnen wird, zu leben.“

Marcus Aurelius

wolkengedanken.de


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 Betreff des Beitrags: Re: Ängste benennen...
BeitragVerfasst: 29. Apr 2010 12:17 

Ängste kann man sich nicht schön reden und auch nicht wegdenken.

In der Zeit meiner größten Ängste habe ich mir drei Hospize ausgesucht. Meine Hausärztin hat mir versprochen, sie begleitet mich bis zum Schluß. Mit ihr spreche ich ab, was ich will und was nicht. Das nimmt mir viele Ängste, weil ich weiß, ich bin dem nicht alleine ausgeliefert.

Wenn ich viele Ängste habe, muß ich mir jede Angst alleine anschauen, ob sie berechtigt ist oder nicht. Was kann ich tun, daß dieser Zustand erträglich ist, vor dem ich Angst habe.
Man kann versuchen sich Rational mit der Angst auseinander zu setzen und Emotional.

Stell dir vor, du hast noch mindestens 5 Jahre vor dir. Wäre es nicht ärgerlich, die nur mit Angst vergeudet zu haben.
Gegen das Schicksal kann man sich nicht stemmen, daß kostet viel Kraft. Man kann es annehmen und versuchen das Beste daraus zu machen.

Wenn ich zu viel Ängst hätte, daß ich vor lauter Angst bald eingehe, würde ich Medikamente nehmen und mich zudröhnen.
Wäre aber nur , wenn es wirklich dem Ende entgegen geht.

Wir können hier nur schreiben, wie jeder individuell mit seiner Angst umgeht und die Angst ist ja auch berechtigt.
Habe auch erst überlegt, ob ich mich mit dem Thema beschäftigen soll und ob die Angst dann nicht wieder kommt. Ist sie nicht. Gönne mir aber immer wieder den Abstand, nicht an die Krankheit zu denken.

Ich wünsche euch, daß ihr einen Weg findet, daß es erträglich wird und ihr noch viel Zeit habt.

Liebe Grüße

Brigitte


  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Ängste benennen...
BeitragVerfasst: 29. Apr 2010 16:37 
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liebe regina, deine worte:
Zitat:
Denn ich bin nicht der Meinung weil ich Ängste habe, lebe, benenne, schließt sich positives in meinem Leben aus.
kann ich voll unterschreibem. angst ist etwas normales, und, für mich, auch nicht der gegensatz zum positiv denken, sondern das kann beides nebeneinander stehen. wobei: "positiv denken" ja nicht heißt "ich tu einfach so, als wäre alles super", sondern: ich gehe von meinem "ist zustand aus und versuche das bestmögliche daraus zu machen". wie claudia sagt:
Zitat:
Ok, du hattest Krebs, er kann jederzeit wiederkommen, aber ich bemitleide mich nicht, sondern versuche das Beste jetzt daraus zu machen.


UND ABER DAS IST EBEN SO SCHWER, find ich. wenn ich zb. parallele lese: klar, wie viele bilder passen da auch auf mich! und wie viel habe ich mir von der zukunft "einfach" vorgestellt, ohne zu bedenken, dass ich die zukunft nicht kontrollieren kann...

katarina, das mit deiner cousine tut mir sehr leid. ich habe gesehen, dass es eine schweizer seite gibt. allerdings ist mir nicht ganz klar, wo da ein forum zu finden wäre, glaube aber zu verstehen, dass es ein solches gibt.
http://www.lgc.ch/fr/index.cfm
http://www.liguecancer-ju.ch/

alles liebe
eselchen


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 Betreff des Beitrags: Re: Ängste benennen...
BeitragVerfasst: 29. Apr 2010 22:16 
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Liebe Alejandra,

Du brauchst Dich nicht meinetwegen zurückzuziehen.

Ängste benennen. - So war für mich das Thema, der Krug, in den man hineinwerfen oder hineinweinen kann.

Es gibt in den kreativen und auch anderen Berufen die Methode des "brainstorming". Darunter versteht man, dass alle in der Runde zu einem Thema oder einer Aufgabe Gedanken, Ideen beisteuern, und zwar unkommentiert, unbewertet, unkritisiert. Es wird nur gesammelt in aufgeschlossener Atmosphäre.
Die spätere Phase des Bewertens, des Betrachtens, inwieweit die eingebrachten vielen Vorschläge zur Lösung oder Bewältigung einer Aufgabe sinnvoll sind, führen können, hat nichts mehr mit dem Brainstorming zu tun.

So hatte ich es mir vorgestellt, so war ich herangegangen an Reginas Wunsch und Vorschlag. Wie gesagt, das war mein Herangehen. Im Sammeln und Hinzufügen der Ängste der anderen passiert schon so viel. Sich wiederfinden. Sich in Gemeinsamkeit finden, Ängste anzusehen, zuzulassen. Erst einmal nicht verurteilt oder bedrängt werden, sich doch bitte nur den positiven Dingen des Lebens zuzuwenden. Was ich öfter erlebe mit Mitmenschen, die vielleicht aus eigener Hilflosigkeit nichts hören wollen von den Ängsten. Manchmal habe ich das Gefühl gehabt, manche Mitmenschen wünschen mich als die "perfekte" Patientin, die nach den korrektiven Maßnahmen nun wieder hundertprozent ist, sich locker wieder dem vollen Leben zuwendet und die Krankheit aus Sprache, Fühlen, Tag und Nacht ausgesperrt hat, sicher ist, alles überstanden zu haben und fröhlich-und-auf-immer-gesund zu sein. Bei mir das ungute Gefühl: sie wollen nichts hören, sie wollen nichts wissen, weil die plötzlich hereingebrochene Endlichkeit am Beispiel der anderen (mir) nun die eigene Endlichkeit ins Denken bringt.

Das empfinde ich hier als so entlastend, dass ich kein Schönwettergesicht parat haben muss. Nicht dann, wenn mir nicht nach Schönwetter ist.
Dass ich innehalten kann und Ängste ansehen, zulassen kann, die ich in der Familie, bei Freunden, bei Kollegen unter Verwahrung halte(n muss) - so dass wenig Zeit ist und Gelegenheit und Widerhall, wo dies Sammelbecken in mir mal vereinzelt und benannt werden kann. Und allein für sich - rundherumrundherum im Kopf, tut nicht immer gut. Nein, tut mir wenig gut. Verlier mich so schnell darin und die Sache scheint schnell aussichtslos.

Eine erste Heilsamkeit empfinde ich schon darin, eine Sorge oder Angst "öffentlich" zu benennen. Das Aussprechen (schreiben) holt sie aus dem diffusen Dunkel. So als ob ich sie selbst "enttabuisiere".

Die Konzentration zielt in diesem Moment (noch) nicht auf Bewältigungsverfahren, Methodik, Lösungsvorschläge.

Mmh, so ungefähr.

Für heute keine Angstansage. Hatte heute Zahnarzt. Die Fäden des Eingriffs sollten gezogen und eine Kariesstelle gebohrt werden. Ich war für 9 Uhr bestellt. Ich kam um 9:45 h dran. Fäden gezogen. Spritze gesetzt für das Bohren. Und dann saß ich (da man ja heute jede Minute nutzt und während der Anästhetikumwirkzeit im Nachbarraum den nächsten Patienten zwischennimmt) eine weitere Dreiviertelstunde auf dem Stuhl! Zum Glück mit schöner Lektüre. Der andere Eingriff hatte sich als kompliziert herausgestellt, wurde mir erklärt. Und ich war erstmals richtig verärgert und habe auch pampig reagiert, habe mir gestattet, dies Umgehen mit meiner kostbaren Zeit anzukreiden. Ich werde jetzt schneller aufgeregt, wenn ich mich in "hilflosen" Positionen befinde. Wut, Zorn, habe ich für mich festgestellt, ist ein prima Angstkiller für den Moment.
xx15


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