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AutorNachricht
 Betreff des Beitrags: Re: Ängste benennen...
BeitragVerfasst: 27. Apr 2010 15:29 

hi, wenn das alles nur so leicht wäre?
war eigentlich bis jetzt e ganz gut eingestellt, aber je mehr ich in diesem forum lese, desto öffters sehe ich, dass frauen nach jahren metas entdeckt haben....!!!

gibt es bzw. kennt ihr überhaupt andere fälle?

weiters kenne ich eine person, die war auch sehr positiv eingestellt (ist es noch immer) und ich dachte mir, dass es bei dieser krankheit sicher vom vorteil ist.
tja, sie wurde nach 5 jahren schwanger (schön für sie, dass es geklappt hat), und während dieser schwangerschaft stellen sie einen rückfall fest....
...da frag ich mich wirklich, was bringt das positive denken!!!


  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Ängste benennen...
BeitragVerfasst: 27. Apr 2010 16:47 

Komischerweise hatte ich in jungen Jahren Angst und Panikattacken und am Anfang der Erkrankung.

Im November werden es 7 Jahre, daß ich mit Krebs lebe. Ich hätte ich am Anfang nicht gedacht, daß ich so lange damit leben werde und hatte mich schon auf das sterben vorbereitet.
Meine Psychoonkologin hat eine Weile gebraucht, um mich wieder ins Leben zu holen.

Halte mich auf dem Laufenden, was es alles an Therapien gibt, für den Fall der Fälle, damit ich nicht wieder so lange recherchieren muß.

Ein Wunder ist geschehen, lebe seit 2 Jahren Metastasenfrei, ohne Therapie und ich will, daß das noch lange so bleibt.

Ein mulmiges Gefühl ist immer vor den Nachsorgeuntersuchungen, was wenn es wieder los geht.

Ich genieße es, mich jetzt einfach mal um andere Dinge zu kümmern, die liegen geblieben sind.

Um, daß was kommen könnte, denke ich nicht mehr nach, weil es mir mein Leben vermiesen könnte und ich vielleicht Angst bekäme.

Denke auch nicht weit in die Zukunft, sondern versuche immer einen Tag zu leben und zu gestalten.

Manchmal klappt es auch einen Monat zu planen. Will mich aber nicht mit zu vielen vielleicht und wenn und aber belasten.

Es ist ein sehr fragiler Zustand, der sich ändern kann, aber auch darüber denke ich nicht nach, weil es mich nicht weiterbringen würde.

Ich versuche auch anderen meinen Zustand nicht zu erklären, ist meine eigene Sache, mein Schicksal.

Nur wenn ich gefragt werde, gebe ich Auskunft, aber auch nur so viel, wie ich wirkliches Interesse feststelle.

Zur Zeit bin ich Angstfrei, will auch nicht nachdenken, warum.


  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Ängste benennen...
BeitragVerfasst: 27. Apr 2010 17:03 

hallo, danke für deine aufbauenden worte...
ich hatte anfangs ka kein problem mit dieser krankheit...ist halt passiert und wurde hoffentlich rechtzeitig erkannt. wie bereits geschrieben, sehe bzw. lese ich immer mehr das gegenteil...das zieht mich runter.

bin am überlegen,ob ich jährlich nicht ein ct und mrt machen lassen soll. lt. meinem befund wäre das eigentlich nicht erforderlich..wäre nur meine einge beruhigung und lt. ärztin ok.
(wobei ja diese untersuchungen ja auch nicht unbedingt gesund sein sollen)

lese ich das richtig? du hattest welche? wie können die verschwinden? war immer der meinung, wenn die mal da sind, dass man die auch nimmer wegbekommt.


ich versuche auch mit einer anderen einstellung zu leben...nur leider fällt man all zu oft wieder in den selben trott! teilweise ja gut, teilweise aber auch schlecht!! ich weiß nicht, wie ich zu dem ganzen abstand gewinnen kann! vielleicht würde ich mir dann leichter tun.
ich bin die ganze zeit am grübeln und ich glaube, dass dies das schlimmste an der krankheit ist und vielleicht noch ein weiterer auslöser für einen rückfall ist...wer weiß das schon, niemand, dass ist es ja!

ich wünsche dir auf diesem wege auf jedem fall, dass es bei dir so toll weitergeht!!!

meld dich wieder mal...würde mich freue...positive nachrichten tun einem immer gut!!


  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Ängste benennen...
BeitragVerfasst: 27. Apr 2010 17:46 
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Andrea, wir haben ja schon an anderer Stelle ein wenig ausgetauscht :wink:

Wir alle mögen positives lesen, hören, aber vor allem leben. Das es nicht so einfach ist hast du ja von dir selbst geschrieben, steht gerade in diesem Thread sehr ausführlich beschrieben, von den Betroffenen.

Die Überschrift "Ängste benennen" lässt ahnen das es hier eben nicht um das Positive geht, nicht im Vordergrund. Vielleicht zieht es aber für die hier im Thread Schreibenden positives nach sich, weil sie ihre Ängste benennen, zulassen.....!?

Regina

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Marcus Aurelius

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 Betreff des Beitrags: Re: Ängste benennen...
BeitragVerfasst: 27. Apr 2010 20:21 

Meine Lebermetastase 2 cm wurde mir vor 2 Jahren operativ entfernt. Habe vor der OP nur gedacht Hopp oder Top. Wenn, dann möchte ich während der Narkose abdanken. Bin aber wach geworden. Nach der OP war der blanke Horror.

Ich sollte Chemo machen Taxane und Antihormone nehmen. Ich will aber leben und nicht Zeit verschenken, in der ich mehr oder weniger denke ich sterbe.

Bisher ist es gut gegangen.

Da Ängste nicht gut sind und das Immunsystem belasten, versuche ich negative Dinge von mir fern zu halten.

Was ich ändern kann, ändere ich, alles andere sage ich mir, muß ich meine Einstellung zu ändern.

Es wird nie mehr so sein, wie vor der Krankheit, aber ich versuche das Beste daraus zu machen, den kapitulieren tue ich nicht.

Sollte nichts mehr gehen, kann ich ich es auch nicht ändern. Würde mir dann wünschen, daß es schnell geht und ohne Schmerzen.
Möchte nicht lange leiden müssen. Leider wäre ich zu feige selbst Hand anzulegen, um das Ganze abzukürzen.

Habe mir über alles Gedanken gemacht und kann es jetzt beiseite legen, bis es akut wird. Ist in der untersten Schublade.

Jetzt muß ich erst einmal abwarten bis meine neuen Brüste abgeheilt sind und die Narben verblassen. Versuche abzunehmen, mache Reha Krankengymnastik, bin viel mit meinem Hund spazieren.

Lebe alleine und kann meinen Tag selbst bestimmen.

Es ist wichtig die Gedanken immer wieder auf die positiven Dinge zu lenken, weg von den negativen.

So lange man lebt sollte man sich darauf konzentrieren. Was danach kommt, haben wir eh keinen Einfluß drauf.


  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Ängste benennen...
BeitragVerfasst: 27. Apr 2010 20:37 

Möchte noch dazu sagen, daß ich vieles meiner Psychoonkologin verdadnke, alleine hätte ich es zu dieser Einstellumng vielleicht nicht geschafft.

Liebe Grüße

Brigitte


  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Ängste benennen...
BeitragVerfasst: 27. Apr 2010 21:35 

ja vielleicht braucht es wirklich noch ein bisschen zeit...in letzter zeit ist einfach zu viel passiert. jetzt bin ich erkrankt, dann mein onkel an lungenkrebs (ist mittlerweile auch verstorben), dann meine mutter und dann hab ich noch ein paar weitere erkrankungen von bekanntenkreisen erfahren...da bekommt man einfach keinen abstand...man fällt immer in dieses topf rein...und denkt sich dann: kommt da wohl nichts mehr, welche arztbesuche könnte ich machen, damit nichts übersehen wird usw usw..
meine ärztin meinte damals, dass ich "schwein" gehabt hätte und das beste nun draus machen soll.
meine ablatio macht mir eigentlich gar keine probleme!! bin froh, dass alles weg ist.
vielleicht muss ich erst lernen ab zu wägen, ob's körperlich (beschwerden) nur kleinigkeiten sind, oder ob wirklich was ernsteres dahinter steckt!!
ich muss sagen, obwohl es mir in der chemo zeit ziemlich dreckig ging, hat sich mein körper relativ (bis auf ein paar kleinigkeiten) schnell erholt...ich hoffe sehr, dass nun nicht auch wieder diese "mistkerle" zum leben erwecken.
ich kann euch allen nur danken...eigentlich sollte ich euch aufbauen!
ihr müsst ja mit ganz anderen dingen fertig werden!!!


  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Ängste benennen...
BeitragVerfasst: 27. Apr 2010 21:47 
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Ach, ich kenne so viele gute und schöne Zitate, Merksprüche, Aufmunterungssätze, positive Denkansätze. Und Bücher, Bücher, Bücher. Und natürlich bin ich im Einzelfall interessiert, wie jemand, dessen Krankheitsfall und Psyche (sprich: Angst) meinen ähnelt, es schafft, die Angst in den Griff zu bekommen und positiv zu leben. Natürlich weiß mein KOPF ganz viele kluge und richtige Verfahren und Lebensweisen - und mein Bauch ist schlecht oder nur zeitweise belehrbar und hält seine Angst schön fest. Nützt der Kopf nicht mehr gar so viel, es gehört mehr zu Angstbewältigung und gutem, ausgeglichenem, frohem Leben als Klugheit und Wissen.

Jetzt ist hier ein Thema eröffnet, dass nicht vorrangig meinen Kopf anspricht, sondern das Unkalkulierbare, nicht Analytische, das Gefühlswirrwarr, den Bauch, die Psyche. Hier dachte ich, verstand ich, darf ich von Angst reden. Ohne dass jemand kommt, sich mit meinem (entfernten) Kopf verbündet und sagt: Leute, denkt positiv, tut dies, lasst das ... usw. usw.
Das blockt mich nämlich total. Dann nehme ich schnell meine Angst wieder zu mir und lasse keinen dran - und komme nicht damit raus. (den Schaden davon habe nur ich, ich weiß)


Heute auf dem Heimweg ging mir durch den Kopf, dass diese Krankheit meinen Lebensentwurf noch an anderer Stelle durchkreuzt hat, als ich bislang wahrgenommen habe. Nicht nur diese Angst nun, früh zu sterben - nein auch dies Alter, das ich gern erleben wollte (will!!), ist nicht diffus in Lebensjahren (80, 85, 90) und Ausgestaltung gewesen, sondern ich hatte offensichtlich viele genaue Vorstellungen, wie ich z. B. auf einer Bank sitze, stricke, Kaffeebecher neben mir, im Garten ein zu bewältigendes HOCHbeet anlege, Rosenbüsche schneide, wie ich ein wenig steif bin und mal humple und zum Stock greife, aber doch ziemlich fröhlich noch laufe, meine geliebten Lyrikbände lese und endlich dann und wann eine ZEIT - wenn auch mit Lupe, weil die Augen viel Unterstützung brauchen, wie ich den Enkeln Geschichten erzähle, wie ich Zeit habe für alles, für die Kinder, die Freunde, die Nachbarn, das Lesen, Singen, Schreiben - für mich - und für kleine Unternehmungen und Zeit mit meinem Mann.
Und nun schnürt sich das vielleicht alles ab von mir und ich habe Angst. Angst, dies geplante machbare und ziemlich schöne Alter nicht mehr zu erleben.


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 Betreff des Beitrags: Re: Ängste benennen...
BeitragVerfasst: 27. Apr 2010 22:19 
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Hallo ihr Lieben,

hier sind so viele tolle Gedanken gekommen, Offenheit zum Thema Angst, das finde ich einfach super xd060x

Liebe parallele, das hier...
Zitat:
Hier dachte ich, verstand ich, darf ich von Angst reden. Ohne dass jemand kommt, sich mit meinem (entfernten) Kopf verbündet und sagt: Leute, denkt positiv, tut dies, lasst das ... usw. usw.


sehe ich wie du! Und hier werden weiter unsere Ängste benannt werden können, für Positives haben wir viel Raum, in anderen, in neuen Threads. Also, nicht verstummen, bitte xd060x

Ich muss euch mal was fragen ao75 vielleicht lese ich es nur, interpretiere es nur in eure Worte?? Ich meine zu lesen das ihr Ängste = nicht positiv sein, denken setzt? Wie schon geschrieben, vielleicht ist das gar nicht so und ich lese da mehr raus als....?

Denn ich bin nicht der Meinung weil ich Ängste habe, lebe, benenne, schließt sich positives in meinem Leben aus. Nicht jetzt, nicht vorher. Ängste sind für mich auch im gewissem Grad normal, gehören dazu. Und Ängste bei einer Krankheit, die mir den Tod bringen wird zu haben, finde ich völlig normal. Sie in die Ecke stellen, unterdrücken, nicht ansprechen, nicht gedanklich zulassen macht doch nur noch mehr an Unmut, baut andere Unzulänglichkeiten auf. Zweifel auch massiv an das es funktioniert. Wie soll das gehen? Die Ängste kommen und ich sage ihnen... husch, husch, weg mit euch, will jetzt nicht, kommt ein anderes mal wieder, besser gar nie mehr, will jetzt positiv denken und mein bisschen Krebs und Tod macht mir doch keine Angst ? Klappt bei mir nicht, vielleicht ist mein Oberstübchen nicht ganz ok ao75

Regina

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 Betreff des Beitrags: Re: Ängste benennen...
BeitragVerfasst: 27. Apr 2010 23:20 
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Ihr Lieben,

gestern habe ich vernommen, dass meine Cousine (58) in beiden Brüsten Krebs hat! Sie hatte ihre letzte Mammografie vor zwei Jahren, und ihre Gynäkologin meinte, es wäre mal wieder an der Zeit... Die Mammo war katastrophal, das MRI bestätigte die vorläufige Diagnose und die Stanze leider ebenfalls. Und mir kommen alle Ängste wieder ungefiltert hoch, das Entsetzen darüber - sie doch nicht auch noch! Nun steht ihr eine beidseitige Ablatio bevor...

Ich habe ihr von diesem Forum erzählt, aber leider spricht (und vor allem: schreibt) sie fast nur französisch. Gibt es so ein Forum auch in Französisch? Weiss jemand von euch etwas?

Regina, dein Oberstübchen ist völlig in Ordnung! Positiv denken mag ja gut und recht sein, aber ich denke, es ist besser, seinen Ängsten auf den Grund zu gehen, ihnen ins Gesicht zu sehen. Manche Ängste sind auch unbegründet, und sobald man das erkannt hat, kann man wenigstens diese loslassen. Und dazu muss man sie anschauen, damit man unterscheiden kann. Mit den berechtigten Ängsten haben wir dann immer noch genug zu tun, und das ist alles andere als einfach!

All die schönen Weisheiten helfen nicht wirklich weiter, wenigstens mir nicht. Sie bescheren mir überflüssigerweise höchstens ein schlechtes Gefühl, weil ich es nicht packe, nicht wirklich anwenden kann, wenn ich in der Angst hocke und nicht mehr rauskomme. Ich glaube, wirksame Angstbewältigungs-Strategien verlangen Denkarbeit, und denken kann ich nur, wenn ich gründlich betrachte, was mich so ängstigt.

Manchmal, wirklich nur manchmal, beneide ich die Menschen, die an einen gnädigen Gott glauben und sich ihm anvertrauen können. Vielleicht bilde ich mir aber auch nur ein, dass es für einen gläubigen Menschen einfacher wäre, mit Krebs und seinen Folgen zu leben, inkl. Angst.

Ich grüsse euch alle herzlich und wünsche eine gute Nacht!

Katarina

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Herzliche Grüsse von Katarina

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